Entwicklungsziel Glückseligkeit

Bhutans Außenminister weilte zu Kooperationsgesprächen in Wien

Von Werner Hörtner
Der kleine Staat im Himalaya ist das einzige Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit in Asien - und ein Partner, mit dem Österreich eine besonders intensive und geglückte Zusammenarbeit verbindet.

Außenminister Jigmi Yoeser Thinley stattete Wien in der ersten Juniwoche einen Besuch ab und traf sich hier u.a. mit seiner österreichischen Amtskollegin Benita Ferrero-Waldner und mit Parlamentspräsident Heinz Fischer. Bei einem Pressegespräch erläuterte der 48-jährige Minister, der in Delhi und in den USA studierte, dem SÜDWIND gegenüber die jüngsten politischen Entwicklungen in seiner Heimat.

Entscheidendes Merkmal dieser Entwicklung ist, so "Lyonpo" (Minister) Thinley, der vom König initiierte kontinuierliche Öffnungsprozess. Bhutan ist eine Erbmonarchie, doch gibt der seit 1972 herrschende König Jigme Singye Wangchuk immer mehr Machtbefugnisse an gewählte Instanzen ab.

In der letzten Zeit vollzog sich eine starke Dezentralisierung der politischen Macht und der Ressourcenverteilung hin zur Distriktsebene, ab 2003 dann verstärkt in die Dörfer.

Als Entwicklungsziel für sein Land formulierte Lyonpo Thinley eine einfache und doch einzigartige Vorgabe: die ständige Steigerung eines "Nationalen Glückseligkeitswachstums" (to achieve Growth National Happiness). Bhutan habe auch sehr klare Vorstellungen, wie dieses Ziel zu erreichen sei: durch gute Regierungsführung, Umweltschutz, Bewahrung der Kultur und sozio-ökonomische Entwicklung. Letztere soll weiterhin in klug dosierter Form erfolgen, um "ökologische, kulturelle und soziale Erosion zu vermeiden". So ist auch im Bereich des Tourismus nur an eine langsame, den strukturellen Möglichkeiten des Landes entsprechende Steigerung der BesucherInnenzahlen - im vergangenen Jahr 7.100 - gedacht.

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