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Nach Rio, Kyoto und Buenos Aires wurde jetzt in Bonn über die globale Bedrohung durch den Klimawandel verhandelt

Von Corine Veithen
Seit der UNO-Umweltkonferenz in Rio de Janeiro im Jahre 1992, wo sich die teilnehmenden Staaten darauf einigten, ihre CO2-Emissionen zu stabilisieren, wurden mehrere Nachfolgekonferenzen abgehalten, um die in Rio geäußerten Vorhaben zu konkretisieren.<p>Als einziger ernstzunehmender Versuch gilt das Kyoto-Protokoll, das vor zwei Jahren in Japan beschlossen wurde. Darin wurde verbindlich festgeschrieben, daß die Industriestaaten ihre Treibhausgasemissionen bis 2012 um 5% unter den Stand von 1990 senken müssen.<p><p>Details, wo und wie genau diese Reduktion zu geschehen hat, wurden tunlichst ausgeschlossen. Daher war der Konflikt heuer in Bonn vorprogrammiert - zwischen der EU, die den Großteil der Reduktionen im eigenen Land tätigen wollen, und den USA, die lieber anderswo reduzieren, Wälder pflanzen oder sich auf dem freien Markt Emissionsrechte kaufen würden. Offen ist das Ausmaß dieser sogenannten flexiblen Mechanismen. <p>Das magere Ergebnis der Bonner Verhandlungsrunde: Alle noch offenen Punkte sollen bis zur nächsten Konferenz, die im November 2000 in Den Hag stattfinden wird, gelöst werden, damit das Protokoll endlich in Kraft treten kann.<p><p>Sicher ist: Ohne Änderung des Lebensstils in den westlichen Länder gibt es keine Rettung fürs Klima. Die Umstellung des Energiesystems und damit die Reduktion der Treibhausgasemissionen in den Industrieländern muß Vorrang vor dem Einsatz der flexiblen Mechanismen haben. Sicher ist auch: Mit Konferenzen allein werden wir unser Klima nicht retten. Darum muß auf der nächsten Konferenz in Den Hague die Diskussion endlich abgeschlossen werden, damit zehn Jahre nach Rio auf Versprechungen endlich konkrete Taten folgen.<p><p>

Corine Veithen ist Atom- und Klimareferentin der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

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