Erste Runde an den König

Die harte Hand des Monarchen gegen die Parteien findet in der Bevölkerung überwiegend Zustimmung.

Von Robert Lessmann
Weniger Korruption, mehr Disziplin und Ordnung - so lautet das Fazit drei Monate nach der Entlassung der Regierung durch den König. Das harte Durchgreifen des Monarchen auf Kosten der Demokratie wird von der Bevölkerung überwiegend begrüßt. Die meisten Führer der politischen Parteien sind inzwischen aus Hausarrest oder Haft entlassen und üben sich in der Suche nach einem Konsens für die Rückkehr zur Demokratie.
Unterdessen berichtet das wichtigste Nachrichtenmagazin des Landes über eine Spaltung der maoistischen Rebellen in der Frage einer möglichen Rückkehr zu Friedensverhandlungen. Demnach sei die Nummer 2 der Aufständischen, Baburam Bhattarai, entmachtet und unter Hausarrest gestellt worden. Dr. Bhattarai gilt als verhandlungsbereiter. Sollten diese Meldungen zutreffen, so wäre das ein großer Erfolg für den König, der mit seinem Selbstputsch vom 1. Februar primär genau eine solche Spaltung angestrebt habe, wie Insider wissen wollen.

„Risse existieren, aber die Spaltung ist nicht so tief, wie sie dargestellt wird“, meint Tirtha Koirala, Nachrichtenchef des wichtigsten Fernsehkanals, Kantipur-TV. Auch seien die Positionen zwischen „Comrade Prachanda“, der als „Hardliner“ gilt, und Dr. Bhattarai keineswegs so eindeutig abgesteckt. Während eine Spaltung der Maos das politische Establishment in Kathmandu stärken würde, brächte sie für das Land eher weitere Probleme, denn Frieden nur mit einer Fraktion der Aufständischen wäre eben nur eine halbe Lösung.
Wie auch immer: Ein vom 2.-12. April ausgerufener „bewaffneter Streik“ der Maos war zwar kein durchschlagender Erfolg und in der Hauptstadt gar nicht zu spüren, hat aber einmal mehr den Überlandverkehr schwer beeinträchtigt. Insofern ist militärisch vorerst alles beim Alten. Die erste Runde im Kräftemessen ging an den König, doch der Kampf scheint noch lange nicht ausgefochten.

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