EZA wird 25

Von Redaktion ·

Ein Vierteljahrhundert Fairer Handel

„Wenn heute immer mehr Menschen unsere Produkte kaufen, weil sie schmecken, einen hohen Gebrauchswert besitzen oder als ästhetisch empfunden werden, ist viel gewonnen – haben die ProduzentInnen im Süden doch so auch einen Teil ihrer Würde wiedergewonnen.“ Davon ist Andrea Schlehuber, Geschäftsführerin der EZA-Dritte Welt GmbH. überzeugt. 25 Jahre nach Gründung der Importorganisation für Fairen Handel wurde im Rahmen der gesamtösterreichischen Weltladenkonferenz vom 15.-17. September in Salzburg Bilanz gezogen und in die Zukunft geblickt.
Stellvertretend für die über 80 Partnerorganisationen in Lateinamerika, Afrika und Asien, mit denen die EZA-Dritte Welt zusammenarbeitet, waren Agustín Flores für das Movimiento Indígena Monimbó aus Nicaragua und Gualberto Araníbar, Präsident der Kakaogenossenschaft El Ceibo aus Bolivien zu Gast. Ihre Produkte – Hängematten und Bio-Kakao – stehen für die Ansprüche von verantwortungsvollen KonsumentInnen: Genuss, Qualität und Sinn. Darin, so der Grundtenor der Konferenz, liege auch eine der Herausforderungen für die Bewegung. „Es geht darum, einen Qualitätsbegriff zu etablieren, der auch die in den Herstellungs- und Vermarktungsprozess involvierten Menschen und Umweltbedingungen berücksichtigt“, so Schlehuber. Genau hier liege aber eine Schwierigkeit: „‚Bio‘ als positiv vermittelt zu bekommen ist immer einfacher als ‚fair‘. Wenn ich mich gesund ernähre, tue ich mir selbst was Gutes, wenn ich sozialverträglich handeln soll, kommt der andere ins Spiel – und da kommt es dann drauf an, wie wichtig mir dessen Gegenwart und Zukunft ist“, resumiert eine Teilnehmerin.
Die Gestaltung des Handelsgeschehens solle aber nicht zur Gänze auf die KonsumentInnen abgeladen – und damit die Politik aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Kampagnen- und Lobbyarbeit sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene und die Bildung von Allianzen hätten hier eine zentrale Bedeutung. Schlehuber dazu: „Der Faire Handel ist kein fertiges Konzept. Wir müssen ihn mit unseren BündnispartnerInnen hier und mit unseren PartnerInnen im Süden weiterentwickeln und auch immer wieder dahingehend überprüfen, ob er hält, was er verspricht.“

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