Faire Schokolade

In Bolivien entwickelt sich Kakao zur krisensicheren Alternative zum Coca-Anbau.

Von Ralf Leonhard

Gualberto Araníbar kann davon Zeugnis ablegen. Sein Genossenschaftsdachverband El Ceibo ist der größte Kakaoexporteur des Landes. Das 1977 mit fünf Kooperativen und insgesamt 200 Mitgliedern gegründete Unternehmen umfasst inzwischen über 1000 Familien und 37 Genossenschaften.

El Ceibo exportiert jährlich 400 Tonnen Bio-Kakao, der unter anderem für die auch in österreichischen Weltläden vertriebene Mascao-Schokolade verwendet wird. 70% davon kommen

aus zertifiziert organischem Anbau. Der Dachverband vermarktet nicht nur rohe Kakaobohnen sondern erzeugt in seiner Verarbeitungsanlage in La Paz auch Kakaobutter, Kakaopulver und sogar Schokolade für den heimischen Markt.

Die Kakaobauern haben ihr Land im Alto Beni, einem fruchtbaren Hochland, das von großflächigen Soja-Monokulturen und Weideland geprägt ist. Im Durchschnitt bebauen sie nur zwei Hektar mit Kakao-Bäumen und pflanzen außerdem Bananen, Kaffee, Zitrusfrüchte, Mais oder Reis für den Eigenkonsum und den lokalen Markt.

Wer bei El Ceibo mitmacht, wird in Kursen zu Genossenschaftswesen, Buchhaltung und biologischem Landbau geschult. Für viele ist der Kakao zu einer Alternative zur Coca geworden, denn der fair gehandelte Rohstoff bringt trotz schwankender Weltmarktpreise sicheres Einkommen.

Gualberto Araníbar, der im Herbst auf Einladung von EZA 3. Welt in Österreich war, fürchtet allerdings, dass durch die bevorstehende Repression gegen die Coca-Bauern in Kolumbien der Marktpreis für das verbotene Blatt in den Nachbarländern in die Höhe getrieben wird.

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