Filme(n) für alle

Von Michaela Krimmer · · 2010/09

Im Jahr 1922 produzierte Robert Flaherty den ersten abendfüllenden Dokumentarfilm: „Nanuk, der Eskimo“. Im Juni 2004 schrieb Michael Moores Film „Fahrenheit 9/11“ Filmgeschichte: Niemals zuvor hatte es ein Dokumentarfilm an die Spitze der US-Kinocharts geschafft.

Ohne jeden Zweifel haben die – im Vergleich zu Filmkameras – günstigen Digitalkameras eine Revolution im (Dokumentar)film ausgelöst. Weltweit gibt es immer mehr Dokumentarfilmfestivals, oft mit Schwerpunkten auf Menschenrechte, Frauen, Religion, regionale Themen etc. Gerade Österreich bringt immer mehr international bekannte DokumentarfilmerInnen hervor. „Darwin’s Nightmare“ von Hubert Sauper wurde 2004 als bester europäischer Dokumentarfilm ausgezeichnet. Filme wie „We feed the world“ von Erwin Wagenhofer sahen allein in Österreich 200.000, in Deutschland 371.000 Menschen.

Waren für lange Zeit meist westliche DokumentarfilmerInnen am Werk, die oft das Fremde oder die Fremden porträtierten, gibt es jetzt auch außergewöhnliche DokumentarfilmerInnen außerhalb von Europa und Nordamerika. In manchen erfrischenden Fällen wird der Spieß sogar umgedreht: 2006 drehte die südkoreanische Filmerin Cho Sung-hyung einen Film über ein kleines norddeutsches 1.800-EinwohnerInnen-Dorf, in das jährlich 60.000 Heavy Metal Fans zu einem Festival strömen, und eröffnet dadurch einen ganz eigenen Blick auf ein „normales“ deutsches Dorf.

Auf dem Vorhandensein von günstigen Digitalkameras und leicht zu bedienenden Filmschnittprogrammen baut auch das partizipative Filmemachen auf, das in vielen Nichtregierungsorganisationen Einzug gehalten hat. Filmen ist keine elitäre Angelegenheit mehr, sondern Teil des Empowerments. Und Teil davon, die eigene Geschichte zu erzählen, egal ob das migrantische TeenagerInnen in London sind, AngolanerInnen, die kurz vor den Präsidentschaftswahlen stehen oder Indigene, die gegen Großkonzerne oder in einem Bürgerkrieg kämpfen – jeder kann seine Realität durch Videos festhalten und herzeigen. Und über YouTube kann auch jeder in Österreich die selbst gemachten Videos von AngolanerInnen über die Präsidentschaftswahlen sehen.

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