Früher Rap

Von Werner Leiss

Dass Rap bzw. Hip Hop nicht eine Erfindung der 1970er Jahre ist, erklärt hier Jonathan Fischer mit seiner neuer Zusammenstellung. In der Vergangenheit hat er schon etliche ganz vorzügliche CDs zum Thema Black Country, Gospel, Soul und früher Black Rock and Roll für das Label Trikont kompiliert. Die Wurzeln des Rap liegen also, wie könnte es anders sein, natürlich in Afrika. Selbstverständlich können die rhythmischen Sprechgesänge über den Atlantik zurückverfolgt werden. Sie beruhen ursprünglich klar erkennbar auf den westafrikanischen Ruf- und Antwortgesängen. Auch der Talking Blues eines Lightnin’ Hopkins und selbst die Vorträge des Folksängers Woody Guthrie gehen letztlich auf afrikanische Traditionen zurück. Nun kann nachvollzogen werden, wie sich der Sprechgesang mit all seinen Facetten in den USA weiterentwickelte. Bei Cat Callaway beispielsweise, der in den 1930er und 1940er Jahren den Stil des Jive Cat erfunden hatte. Einer seiner grössten Hits ist ja „Minnie The Moucher“. Millie Jackson wiederum trug deftige Raps über bigotte Männer und Bettgeschichten vor. Auch eine Reihe von Polit-Poeten, insbesondere aus den 1970er Jahren, sind hier vertreten. So erreichten die Last Poets lediglich Kraft ihrer Botschaft und dem Einsatz einer Conga ein Massenpublikum. Ziemlich genial!

Early Rappers
Hipper Than Hop – The Ancestors Of Rap
Trikont, Vertrieb: Lotus

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