Gegentrend in Ostafrika

„Wer hat unsere Grenzen aufgegessen? Sie sind fast weg!“, schrieb Charles Onyango-Obbo, ugandischer Journalist, unlängst in der kenianischen Wochenzeitung „The East African“. Onyango-Obbo spricht damit ein Thema an, das in den vergangenen Monaten dort medial stark vertreten war: Während in Europa Regierungen die Zäune hochziehen lassen, spricht (Ost-)Afrika darüber, wie man Grenzen abbauen, Mobilität erleichtern und (wirtschaftliches) Zusammenwachsen fördern kann. KommentatorInnen setzen auf die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC), zu der neben Kenia, Uganda und Tansania seit 2007 Ruanda und Burundi sowie mittlerweile Südsudan gehören. Im Juni hat die Afrikanische Union zudem die Einführung eines panafrikanischen Reisepasses beschlossen.

Klar, die Region und der ganze Kontinent haben noch weite Wege vor sich. Es bestehen nach wie vor viele Beschränkungen zwischen Staaten, Krisenherde verhindern nötige Stabilität. Doch in Nairobi, Kigali und Kampala will man dieser Tage offen in die Zukunft blicken. In Europa hingegen scheinen wir dies gerade zu verlernen.   sol

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