Geschichte 2001-2018

2001 brachte neue Instabilität.

Selbstmordattentat in Laschkar Gah, Provinz Helmand im Südwesten des Landes, 13. September 2018. Gewaltsame Konflikte in Afghanistan forderten bis Ende September mehr als 8.000 zivile Opfer.© Abdul Aziz Safdari Xinhua / Eyevine / picturedesk.com

2001 Nach den Anschlägen vom 11. September beginnt unter militärischer Führung der USA der Angriff auf Afghanistan. Sturz der Taliban. Der UN-Sicherheitsrat entsendet die Sicherheits- und Aufbaumission ISAF. Hamid Karzai wird Interims-Präsident.

2004 Verabschiedung einer neuen Verfassung. Afghanistan ist künftig eine Islamische Republik mit Präsidialsystem. Die erste direkte Präsidentenwahl kann Hamid Karzai für sich entscheiden.

2005 Zum ersten Mal seit 1969 finden Parlamentswahlen statt. Das Parlament besteht aus einer Volkskammer, mit 249 direkt gewählten Abgeordneten und einem Oberhaus (mit 102 Abgeordneten). Überschattet werden die Wahlen von Manipulationsvorwürfen.

2006 Londoner Konferenz. VertreterInnen von mehr als 60 Staaten und internationalen Organisationen beschließen einen Fünfjahresplan. Ein großes Thema: Afghanistans lukrativste Einnahmequelle – die Opiumproduktion – und das damit verbundene Machtgeflecht.

2009 Karzai besiegt seinen Herausforderer Abdullah bei der Präsidentschaftswahl, erneut wird massiver Wahlbetrug kolportiert.

2010 Parlamentswahlen: WählerInnen werden bedroht, die Taliban verüben Anschläge, internationale BeobachterInnen dokumentieren massiven Wahlbetrug.

2011 Zehn Jahre US-geführte Intervention in Afghanistan. Osama Bin Laden wird von einer US-Spezialeinheit (Navy Seals) im pakistanischen Abottabad erschossen. Tausende Menschen feiern in den USA den Tod des Terroristenführers.

2014 Präsidentschaftswahlen. Nachdem kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen kann, kommt es im September zu einem Deal zwischen Aschraf Ghani und Abdullah Abdullah sowie zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit (NUG).

2014 Im Dezember endet offiziell der ISAF-Einsatz in Afghanistan. Im Rahmen der „Resolute Support Mission“ (RSM) der NATO bleibt das Militärbündnis unter der Führung der USA weiterhin im Land und unterstützt und berät die afghanischen Streitkräfte.

2015 Die Taliban verkünden im Juli, dass ihr Gründungsmitglied Mullah Omar gestorben ist – sein Nachfolger Mullah Akhtar Mansour wird 2016 von einer US-Drohne getötet.

2016 Die NUG unterzeichnet ein Friedensabkommen mit Hizb-i Islami, einer islamistischen Partei und aufständischen Gruppierung um Gulbuddin Hekmatyar.

2018 Im Februar bietet die NUG den Taliban Friedensgespräche an. Im Juni kommt es zu einer dreitägigen Waffenruhe – der ersten seit der NATO-Invasion 2001. In weiterer Folge nehmen die bewaffneten Auseinandersetzungen wieder zu.

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