Gesundheit als Menschenrecht

Von Werner Hörtner ·

Gesundheit für alle – dieser Leitspruch zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Thema zur Primary Health Care, der Basisgesundheitsversorgung. Gesundheit für alle – auf diese Forderung haben sich schon 1978, bei der berühmten Konferenz von Alma Ata, alle Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), d.h. praktisch alle Staaten der Welt, geeinigt. Mehr als 30 Jahre später ist diese Forderung immer noch eine Vision – auch wenn die Kosten ihrer Verwirklichung gar nicht so hoch wären.

Gesundheit ist wesentlich mehr als die Abwesenheit von Krankheit – diese alte Erkenntnis bringt die Grundüberlegungen für einen gerechten und egalitären Zugang zur Gesundheitsversorgung auf den Punkt. Wesentliche Determinanten dieses Konzepts von Gesundheit sind allgemeine Lebensgrundlagen wie Essen, Wohnen, Trinkwasserversorgung, existenzsicherndes Einkommen und eine demokratische Mitbeteiligung an der Gestaltung der Gesundheitsversorgung.

Die WHO hat 2008 einen ausführlichen Bericht über die sozialen Begleitumstände von Gesundheit – bzw. Krankheit – veröffentlicht, der die Ungleichheiten im Zugang zu einer ausreichenden Gesundheitsversorgung deutlich auf soziale und politische Faktoren zurückführt: die anhaltende, sich sogar noch ausbreitende extreme Armut, die Handelsliberalisierung, die neoliberalen Reformprogramme im Gesundheitssektor und im allgemeinen bei öffentlichen Gütern.

Verschlimmert wird diese Realität durch die zeitgeistige Tendenz, öffentliche Dienstleistungen zu kommerzialisieren, in ein Objekt des freien Marktes umzuwandeln. In diesem Sinn drängt die private Gesundheitsindustrie unermüdlich auf eine Optimierung der Zusammenarbeit von Forschung, Wirtschaft und Politik.

Demgegenüber steht die in über 100 Staaten aktive Bewegung des People’s Health Movement, nichtstaatliche, basisorientierte Initiativen der medizinischen Basisversorgung, für die Gesundheit in ihrem umfassenden Begriff ein Menschenrecht darstellt.

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