Globalisierung ohne Weltmarkt

Von Robert Poth ·

Zementunternehmen sind mit Transportkosten konfrontiert, die im Verhältnis zum Produktwert hoch sind. Das betrifft sowohl die Anlieferung der Rohstoffe als auch die Lieferung von Klinker, Zement oder Beton. Ein Transportweg von 300km (Straße) bis zum Kunden ist das Maximum, sagt die Branche. Ein echter „Weltmarkt“ für Zement existiert daher nicht. Unterschiedliche Marktsituationen – Überangebote genauso wie Versorgungsengpässe – und Preisentwicklungen je nach Land sind jederzeit zu beobachten.



Daher wird auch nur ein geringer Anteil der Zementproduktion international gehandelt (siehe Grafik), und daher spielt auch insbesondere der transkontinentale Handel bei der weltweiten Expansion der großen Zementkonzerne eine eher marginale Rolle. Was sich über Grenzen hinweg bewegt, ist weniger die Ware als vielmehr Kapital und Know-how. Der Eintritt in neue Märkte erfolgt weitgehend über Direktinvestitionen – Errichtung neuer Werke, Übernahmen oder Joint Ventures, in China etwa mit staatlichen Unternehmen.

Gleichwohl sind die Riesen der Branche heute in fast jedem Winkel der Erde anzutreffen, mit Ausnahme von Cemex auch in China, und erwirtschaften einen großen, wenn nicht schon überwiegenden Teil ihres Umsatzes mit Zement im Süden. Die Branche konsolidiert sich zusehends. Zwar lag der Marktanteil der vier größten nicht-chinesischen Zementhersteller 2008 weltweit bei nur 16-17% (nach Absatzmengen), was aber täuscht: Die Konzentration kann in bestimmten Märkten sehr hoch sein.

Tatsächlich haben Töchter der global agierenden Zementkonzerne in vielen Ländern eine führende Stellung. Holcim kontrolliert etwa seit 2004 den größten indischen Zementhersteller, ACC Limited. Lafarge Shui On Cement (Lafarge-Anteil 55% seit August 2005) ist die Nr. 3 in China. Lafarge gehört auch die Mehrheit von Bamburi Cement in Kenia, dem größten Zementunternehmen der Region. HeidelbergCement ist Marktführer in Bangladesch und nach eigenen Angaben größter Zementhersteller in Westafrika.

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