Guillermo Aparicio: Spanisch für Besserwisser. Band V

Von Ralf Leonhard
Guillermo Aparicio: Spanisch für Besserwisser. Band V. Der Teufel im Detail.
Schmetterling-Verlag. Stuttgart 2001
208 Seiten, öS 181,-

Viele können sich vielleicht an die computerübersetzte Debatte zwischen George W. Bush und Al Gore erinnern, die im Internet nachzulesen war. Lesenswert war sie nicht wegen der geistreichen Inhalte, sondern weil die wörtliche Übersetzung für viel Amüsement sorgte.

Zum Kunstgriff der wortwörtlichen Übersetzung greift auch der schreibende Spanischlehrer G. Aparicio zum Einstieg seines fünften Bandes, um auf verbreitete Redewendungen zu sprechen zu kommen. Übersetzt man solche wortwörtlich, löst man Ratlosigkeit oder Heiterkeit aus. Sin pelos en la lengua erläutert er dabei auch Ausdrücke, die - obwohl alltäglich - im herkömmlichen Spanischunterricht nicht vorkommen. Zum Beispiel: echar un polvo. Auf gut Deutsch: bumsen.

Harmlos scheinende Verben wie echar oder salir können in einer schier unendlichen Anzahl von Redewendungen die verschiedensten Bedeutungen annehmen, die auch Leute, die ihr Spanisch für perfekt halten, in Erstaunen versetzen können. Das größte Kapitel widmet der Autor dem Gerundium, dem Mittelwort der Gegenwart, das im Deutschen weitgehend aus der Mode gekommen ist und meist antiquiert klingt, sich im Spanischen aber als praktisch und satzverkürzend unentbehrlich gemacht hat: Preguntando se llega a Roma. Andan diciendo?

Guillermo Aparicio spielt mit Virtuosität auf der Klaviatur der subtilen Unterschiede zwischen den Sprachen und versteht es immer mit Witz, häufige Fehler der deutsch denkenden Gehirne aufzudecken und die spanische Sprachlogik zu vermitteln.

Der Band ist für Fortgeschrittene eine ebenso amüsante wie lehrreiche Lektüre, für Lehrende ein äußerst nützlicher Lehrbehelf, der den Unterricht vergnüglich aufzulockern hilft.

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