Gypsy & Jazz

Von Werner Leiss

Sanda Weigl ist eine vielseitige Künstlerin mit einer bewegten Vergangenheit in Rumänien, der DDR und Westdeutschland. Bereits 2002 erschien ihr lange vergriffenes Album „Gypsy Killer“ (Südwind 09/2010). Eine Auswahl an traditionellen Gypsy-Liedern, die bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts glanzvoll von der großen rumänischen Sängerin Maria Ta˘nase interpretiert wurden. Sanda Weigl hat sie bereits als Kind gesungen. Mit „Gypsy In A Tree“ greift die seit langem in New York lebende Künstlerin nun abermals auf traditionelles Roma-Repertoire zurück. Waren an der Entstehung von „Gypsy Killer“ unter anderen Marc Ribot und Roberto Rodríguez beteiligt, wagt sie nun erneut eine außergewöhnliche Instrumentierung.

Diesmal spielte sie ihre Auswahl mit dem japanischen Jazz-Avantgarde Ensemble von Shoko Nagai ein, einer Pianistin und Akkordeonistin. Stomu Takeishi spielt elektrischen Bass und Satoshi Takeishi Perkussion. Dazu gesellen sich noch Gitarre, Klarinette und Tuba. Hier swingt es, dass es eine Freude ist, hier entstehen auch besondere, intime Momente. Ganz bestimmt werden hier keine Gypsy-Klischees bedient. Über all dem steht Sanda Weigls außergewöhnliche, kraftvolle Stimme. Ein überaus geglücktes Experiment.

Sanda Weigl
Gypsy In A Tree
Oriente, Vertrieb: Lotus

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