Heide Oestreich: Der Kopftuchstreit

Das Abendland und ein Quadratmeter Islam

Von Manuela Tesak
Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2004, 200 Seiten, EUR 16,40

Ein Symbol entzweit Europa, das Kopftuch - als pars pro toto für islamische Religion, Fundamentalismus und Frauenunterdrückung. Die Grenzen zwischen Akzeptanz und Ablehnung von Frauen, die dieses Symbol tragen, verlaufen an vielen Fronten. In die Diskussion mischen sich verschiedene Untertöne. Schwer überschaubar scheinen die Argumentationen für und wider Kopftuchakzeptanz am Arbeitsplatz und in öffentlichen Schulen Europas.
Wer den Überblick bereits verloren hat oder ihn zu verlieren beginnt, wem Sichtweisen im Puzzle der Argumentationen verschwimmen oder wer überhaupt mal wissen will, worum es in diesem hoch emotionalisierten Streit der Eliten und der Politik überhaupt geht und warum „ein Quadratmeter Islam“ im öffentlichen Raum eines multikulturellen Europas eine Debatte wert ist, wird in diesem Buch die eine oder andere Antwort finden können.
Heide Oestreich, studierte Politologin und Redakteurin der Berliner tageszeitung (taz), listet die wesentlichen Ansichten und Herangehensweisen zum Kopftuchstreit und ihre jeweilige moralisch-ideologische Begründung auf. In ihrer Beschreibung ist sie neutral und sachlich. Es liegt in der Natur der Sache, dass sie sich besonders den deutschen Szenarien widmet, aber auch Österreich und Europa werden behandelt. Nur im Schlusswort erlaubt sie sich persönliche Kritik und Wertung: „Die Bereitwilligkeit einer Gesellschaft, ein Stück Stoff als ungeheure Provokation zu empfinden und mit all diesen Konnotationen aufzuladen, weist unweigerlich auch auf sie selbst zurück.“

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