Heißer Film-Herbst

Von Werner Hörtner ·

Südwind-LeserInnen haben in der nächsten Zeit viele Möglichkeiten, ihren Weltblick zu schärfen.

Ghana – Afrikas „Musterland“?
Schon zum 5. Mal finden in Linz die Entwicklungspolitischen Filmtage statt, die sich heuer ausschließlich Ghana widmen, jenem westafrikanischen Land, das nach seiner Unabhängigkeit 1957 unter Präsident Kwame Nkrumah den Aufbau eines neuen, wirklich unabhängigen, vereinigten Afrika vorantreiben wollte. Doch Nkrumahs Idee des Panafrikanismus scheiterte, 1966 wurde Afrikas Hoffnungsträger weggeputscht.
Im „Krisen-Kontinent“ Afrika steht Ghana heute als eines der politisch stabilsten Länder da, mit einer weniger schlechten Wirtschaftslage als die meisten anderen Staaten.
Die Filmtage zeigen vom 17. bis 22. Oktober in Linz (Veranstalter ist das Interdisziplinäre Forschungsinstitut IEW an der Kepler-Universität) Spiel- und Dokumentarfilme samt Rahmenprogramm: Diskussionen, Vorträge, Lesungen, Musik und landestypische Küche … Beginn jeweils 18 Uhr im Moviemento Kino.

Kartenreservierungen: Tel. 0732/784 090 movie@moviemento.at
Programm: www.moviemento.at

Mittelamerikanisches Filmfestival
Zum zweiten Mal organisiert der Verein Papaya Media Association in Wien ein Festival über das bei uns ziemlich unbekannte Filmschaffen in Zentralamerika. Aus über 70 Arbeiten wählten die Veranstalter schließlich 20 Filme aus allen mittelamerikanischen Ländern aus, die vom 3. bis 8. November in Wien gezeigt werden.

Programm auf www.centroamerica.at

Viennale 2008
Das wohl größte und erfolgreichste Publikumsfilmfestival Europas wird im Oktober wieder Zigtausende Kino-Fans anlocken. Das genaue Programm steht noch nicht fest, es wird erst am 1. Oktober öffentlich präsentiert.
Im Rahmen der heurigen Viennale werden 120 bis 140 Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt. Wie immer gibt es auch heuer keinen Wettbewerb und kein Generalmotto, doch mehrere Schwerpunkte. Einer wird ein Tribut an den legendären Bob Dylan sein, das Werk des sozialkritischen US-Regisseurs John Gianvito wird präsentiert, ebenso wie der deutsche Regisseur Werner Schroeter und der Portugiese Miguel Gomes. Weiters gibt es heuer einen Schwerpunkt zum lateinamerikanischen Kino. Empfehlenswert auch der neue Film „La Forteresse“ über einen Unterbringungsort für AsylwerberInnen in den Schweizer Alpen, halb Hotel, halb Gefängnis.

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