Henning Melber, Cornelia Wilß (Hg.): G8 macht Politik

Von WeH · · 2007/06

Wie die Welt beherrscht wird

Übersetzung (Spanisch, Englisch) Stefanie Karg. Verlag Brandes & Apsel, Frankfurt/M. 2007, 192 Seiten, eur 14,90

Für bzw. gegen den G8-Gipfel, der heuer, angesichts der EU-Präsidentschaft Deutschlands, in der ersten Juniwoche im norddeutschen Kurort Heiligendamm stattfindet, wird schon seit vielen Monaten mobilisiert. Es wird eine der größten Protestaktionen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland über die Bühne gehen. Da zieht auch die Verlagsbranche mit. Mehrere Bände zum Thema sind bereits erschienen (zwei im Hamburger VSA-Verlag, von Peter Wahl und Buchholz/Kipping). Im Verlag Brandes & Apsel, der sich in den 20 Jahren seines Bestehens konzentriert mit dem Verhältnis der Peripherie zum Zentrum beschäftigt, ist soeben ein Reader erschienen, in dem sich so ziemlich alles, was Rang und Namen hat in der globalisierungskritischen Bewegung, zur Politik der G-8, der acht bedeutendsten Industrienationen der Welt äußert.
Die französische Attac-Mitbegründerin Susan George beschreibt die fatalen Folgen des Washington-Konsensus, der philippinische Aktivist der Weltsozialforen Walden Bello fokussiert den Widerstand gegen die neoliberale Weltordnung, die Inderin Vandana Shiva die Monopole auf Saatgut und Medikamente, Ernährungsspezialist Pat Mooney die Gefahren rein technologischer Lösungen im Kampf gegen Hunger und Klimawandel. Aus Deutschland kommen auch noch Fachleute wie Uwe Hoering, Franz Nuscheler, Wolfgang Sachs sowie die Entwicklungsexpertin und Journalistin Christa Wichterich zu Wort.
Der Klub der G8, dem seit 1998 auch Russland angehört, wird als maßgeblichster Akteur der neoliberal geprägten Globalisierungspolitik empfunden, obwohl einige der AutorInnen diesen Exklusivverein bereits am Ende sehen. Dies vor allem durch das Auftauchen und Erstarken neuer Akteure – China, Indien, Brasilien – sowie durch die Krise zahlreicher Institutionen des neoliberalen multilateralen Herrschaftssystems.
Seit einigen Jahren erklingen von den G8-Gipfeltreffen süße Töne: man wolle sich verstärkt für die benachteiligten Teile der Weltbevölkerung, für Umwelt und Klimaschutz einsetzen. Elmar Altvater führt in seiner einprägsamen und überzeugenden Darstellung aus, warum der Abbau der globalen Unsicherheit nicht stattfindet.
Ein sehr lesenswerter Band voller fundierter, auch politisch engagierter Analysen zu den zentralen Themen der Weltwirtschaft und -herrschaft.

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