Hier spielt die Musik

Eine neue Konzertreihe lädt Kinder ab drei Jahren ein, die Welt zu entdecken.

Von Nora Holzmann
Marimba-Klänge für Kinderohren beim Auftakt der Konzertreihe.

"Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir“: Kinder in ganz Österreich singen dieser Tage in ihren Kindergärten das Lied zum Laternenfest – seit Jahrzehnten ein Klassiker in der musikalischen Früherziehung. Musik für Kinder kann aber viel mehr sein als bewährtes Liedgut. Das Potenzial werde nicht richtig genutzt, meint Horst Watzl von der Initiative kulturen in bewegung. „Der multikulturellen Zusammensetzung vieler Kindergartengruppen wird in keinster Weise Rechnung getragen. Da hinkt die Pädagogik hinterher.“ Dabei könnten Musik, Lieder und Instrumente aus anderen Kulturen für Kinder ein Tor zur Welt sein. Ruth Schneidewind, die den Bereich Elementares Musizieren am Institut für Musikpädagogik in Wien leitet, sieht eine große Chance in der unterschiedlichen Herkunft der Kinder: „Wenn Kinder eigene Lieder in ihrer Muttersprache singen können, hat das nicht nur auf sie selbst eine Wirkung, sondern auch auf ihre Freundinnen und Freunde, weil sie neue Einblicke bekommen.“

Durch Musik, etwa über das gemeinsame Singen, könne man schon von Kindheit an dazu beitragen, dass erst gar keine Vorurteile anderen Kulturen gegenüber entstehen, findet Horst Watzl. Weil in seinen Augen derzeit nicht genug in diese Richtung getan wird, ergriff er selbst die Initiative. „La La La“ heißt die neue Konzertreihe für Kinder und deren Familien, die im Oktober startete. In enger Kooperation mit Musikschaffenden aus allen Himmelsrichtungen schuf kulturen in bewegung Kinder-Konzertformate, die jungen Menschen ab drei Jahren unmittelbare Zugänge zu anderen Kulturen und Tönen ermöglichen sollen. Jeden dritten Sonntag im Monat bereichert die Konzertreihe nun das bisher dünne Musikangebot für Kinder in den Wiener Außenbezirken. Jedes Mal wird an einem anderen Ort aufgespielt. Eine Ausdehnung der Reihe in weitere Bundesländer ist geplant.

Die Konzerte dauern etwa 30 bis 40 Minuten. Die MusikerInnen, von denen viele Erfahrung im Musizieren mit Kindern haben, bereiten dafür eigene Programme vor. Sie seien in der Lage, sogar die Kleinsten allein kraft ihrer Musik zu fesseln, meint Watzl. „Die Spielfreude und Begeisterung der Akteure auf der Bühne überträgt sich auf die Kinder.“

Den Anfang machte im Oktober Harold Taylor mit seiner Gruppe „Express Train“. An die 100 kleine und größere Gäste bummelten entlang der Eisenbahnlinie von Los Altos durch Guatemala – zu großartiger Musik. „Parampampin – Kinder & Karibik“ heißt es dann am 18. November, wenn eine singende und tanzende Fee, ein Klavier spielender Lokomotivführer und die Puppe „Pimpón“ – mithilfe eines kubanischen Ensembles – karibische Klänge anschlagen. Und am 16. Dezember gibt es „Wassermusik für Krokodile und Nilpferde“. Das Trio Kobalo spielt auf Kalebassen, sprechenden Trommeln und anderen westafrikanischen Instrumenten Musikstücke aus Burkina Faso, die dort jedes Kind kennt.

„Wir wollen außereuropäische Musik von klein auf zugänglich machen“, sagt Horst Watzl. „Sie wird zwar in Konzerthäusern und Radios gespielt, aber eben nicht für junges Publikum.“

Für die Kinder, deren Papas, Omas oder Tanten nicht mit ihnen zu Konzerten gehen, ist das Musizieren im Kindergarten umso wichtiger. Watzl überlegt bereits, wie man auch dort die Kalebassen zum Klingen bringen könnte.

Informationen zur „LaLaLa“-Konzertreihe: www.kultureninbewegung.org

Musikalische Horizonterweiterung für Kinder, erhältlich über die Südwind-Buchwelt:
Putumayo Kids: „World Sing-Along“: Songs aus allen Teilen der Erde, die leicht nachzusingen sind,  EUR 16,90
Putumayo: „World Playground“: rhythmische Kinderlieder aus der ganzen Welt, EUR 16,90
www.suedwind-buchwelt.at

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