Hoher Symbolanteil

Von Irmgard Kirchner · · 2007/06

Vom kolonialen Dreieckshandel bis zur Clean Clothes Kampagne: Der Baumwolle und dem, was aus ihr gemacht wird, haftet von Anfang an etwas Weltumspannendes an. Das zeigen die folgenden Thema-Seiten, die wir von unserer Partnerzeitschrift New Internationalist übernommen haben.
Baumwoll-Anbau mit SklavInnenarbeit in der Karibik und im Süden der USA begründete den Reichtum der Neuen Welt mit. Die Baumwollspinnereien im britischen Lancashire oder Manchester mit ihren mörderischen Arbeitsbedingungen galten als Motoren der industriellen Revolution. Karl Marx inspirierten seine mehrmaligen Besuche in Lancashire zu seinem Hauptwerk „Das Kapital“. Ghandi am Spinnrad wurde zum Symbol für den gewaltlosen Widerstand Indiens gegen die britische Kolonialmacht. Und gegenwärtig sind die Subventionen für den Baumwollanbau Schlüsselfrage für die auf Eis gelegte Doha-Runde der Welthandelsorganisation WTO. Baumwolle ist Symbol für exzessiven Ressourcenverbrauch: Keine andere Feldfrucht benötigt so viel Agrochemie wie konventionell erzeugte Baumwolle. Und dieser Durst! Die gentechnisch veränderte Bt-Baumwolle braucht zwar bei höheren Erträgen keine Pestizide, aber noch mehr Wasser.

Auch wenn die hoch subventionierten US-amerikanischen Baumwollfarmer mit ihren riesigen High-Tech-Plantagen zum Inbegriff eines pervertierten ungerechten Welthandelssystems geworden sind, so konkurrieren bei der Produktion der wichtigsten Faserpflanze der Welt heute in erster Linie arme Länder untereinander.
Auch der Großteil der Kleidungsstücke, die wir in den Industrieländern kaufen, wird in armen, so genannten Billiglohnländern unter miserablen Arbeitsbedingungen gefertigt. Die internationale Clean Clothes Kampagne mit Zweig in Österreich weist seit über zehn Jahren darauf hin und versucht über Druck auf Markenartikel-Konzerne und Bewusstseinsarbeit bei KonsumentInnen die Situation der TextilarbeiterInnen zu verbessern. Sie unterstützt ArbeiterInnen weltweit durch konkrete Aktionen, etwa Protestbriefe an Unternehmen und Regierungen.
Vielleicht wird ja Baumwolle dereinst Symbol für erfolgreichen zivilgesellschaftlichen Protest.


Die Artikel dieses Themas (außer Seiten 33 & 34) wurden zuerst im Monatsmagazin „New Internationalist“ (Ausgabe 399, April 2007) veröffentlicht. Wir danken den KollegInnen in Oxford für die gute Zusammenarbeit. Der „New Internationalist“ kann unter der Adresse P.O.Box 79, Hertford, SG141AQ, U.K., bezogen werden (Jahresabonnement: 26,85 Pfund; Telefon 0044/171/82 28 99). Redaktionelle Bearbeitung und Kürzung der Artikel: Irmgard Kirchner. Übersetzung: Robert Poth.

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