Horacio Castellanos Moya: Die Spiegelbeichte

Von Irene Stark
Aus dem Spanischen von Jan Weiz.
Rotpunkt Verlag, Zürich 2003, 208 Seiten, EUR 18,50

Laura Rivera erfährt, dass ihre beste Freundin und Vertraute, Olga Maria, zu Hause vor den Augen ihrer Töchter erschossen wurde. Sie ist völlig geschockt und versucht, auf eigene Faust zu recherchieren. Es ist ihr schleierhaft, wer hinter diesem Mord stehen könnte. In einem geschwätzigen Monolog teilt sie den Lesenden ihre Ermittlungsergebnisse mit. Sie berichtet quasi nebenbei auch über den Alltag einer gelangweilten salvadorianischen Oberschichtfrau. Mehr und mehr wird ihr klar, wie wenig sie über ihre Freundin weiß, besonders über deren Verstrickungen mit Männern, die in der Politik und Wirtschaft des Landes eine wichtige Rolle spielen. Völlig verzweifelt, gibt sie nicht auf, bis sie die kleinsten Details erfahren hat. Obwohl der Täter schnell gefasst werden kann, ist es sicher, dass es sich um einen Auftragsmord handelt. Im Zusammenhang mit einer Firmenpleite hatten viele Familien der Oberschicht El Salvadors ihre Investitionen verloren. Was für eine Rolle spielte aber dabei die ermordete Olga Maria?
Im Stil eines amüsanten Klatschberichts verfasst, liest sich dieses Selbstgespräch von Laura Rivera leicht. Doch dieser Roman, als Krimi verpackt, bietet ein durchaus vielschichtiges Bild von El Salvador.

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