Der Weltenwanderer

Von Gregor Sieböck ·

Die Fabel vom Schachspiel: Vor langer Zeit stellte der Sultan, der vom Schachspiel begeistert war, dessen Erfinder einen Wunsch frei. Zur Überraschung des Herrschers wünschte sich dieser auf das erste Feld des Schachbretts ein Getreidekorn, auf das zweite zwei, das dritte vier usw., also jeweils die doppelte Menge des vorhergehenden Feldes. Der Sultan glaubte, er könnte diesem, ihm banal erscheinenden, Wunsch mit einigen Säcken Getreide nachkommen, musste aber bald feststellen, dass er unerfüllbar war. Das ganze Getreide seines Landes reichte dazu nicht aus. Auf allen Feldern zusammen müssten 18.446.744.073.709.551.615 Körner liegen: eine unvorstellbar hohe Zahl. Würde man diese Körner an alle Menschen verteilen, die heute auf der Erde leben, dann bekäme jeder Mensch über drei Milliarden Körner, das sind mehr als hundert Tonnen Weizen für jeden.

Und warum dieses Rechenbeispiel? Es verdeutlicht den Multiplikatoreffekt. Jeden Tag, wenn wir gerade einmal ein Plastiksackerl vom Supermarkt mit nach Hause nehmen, wenn wir uns entscheiden, mit dem Auto anstatt dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren oder wenn wir bloß eine einzige Flasche wegwerfen anstatt sie wiederzuverwerten, machen das zur gleichen Zeit Millionen von Menschen auf der Welt. Wenn wir dieses unüberlegte Handeln nicht bei Zeiten stoppen, werden wir wohl bald das gleiche Schicksal erleben, das den Dinosauriern widerfuhr; und die sind bekanntlich ausgestorben. Dies ist kein Schachspiel und wir haben wohl weniger Jahre zur Verfügung als es Felder auf einem Schachbrett gibt. Setzen wir also den ersten Schritt; heute und jetzt, nicht morgen oder übermorgen, um den Multiplikatoreffekt umzukehren und nachhaltiger zu leben. Dann sind wir schon zwei.

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