Liebe Südwind-Redaktion!

Von Redaktion · · 2010/11

Im Sommer war Sicherheit DAS große Thema in Uganda. Nach den Bombenanschlägen am 11. Juli war Kampala in Aufruhr. Offiziell 76 Menschen wurden getötet, 80 verletzt. Zehn Tage später begann der Gipfel der Regierungschefs der Afrikanischen Union (AU) und damit wurden die Sicherheitsvorkehrungen – nach den Bombenattentaten bereits verschärft – auf einen neuen Level gehoben. Vor jedem größeren Supermarkt bildeten sich Schlangen, da Autos und Handtaschen durchsucht wurden – mehr oder weniger effektiv. Ich bin mir bis heute nicht sicher, wie wirksam die Frage „Haben Sie eine Bombe im Auto“ wirklich ist.

Bei einem der vielen Sicherheitschecks hat einer der Wachmänner sehr höflich mein Auto durchsucht, ins Handschuhfach geschaut und dann noch gebeten, auch „da rein“ schauen zu dürfen. Ein kurzer Blick in sein Gesicht bestätigte: Er scherzt nicht. Er wollte den Airbag checken. Ich konnte ihn davon überzeugen, dass es wirklich „explodiert“, wenn er „da rein” schaut. Man erkennt, kaum ein Auto in Uganda hat Airbags.

Keine zwei Wochen nach den Bombenanschlägen verkündeten Regierungsorgane, sie hätten die Täter ausfindig gemacht. Vier junge muslimische Männer, Ugander, wurden der Presse präsentiert. Alle vier gaben vor laufender Kamera erstaunlich bereitwillig, erstaunlich ausführliche, erstaunlich schlüssige Schuldgeständnisse. Applaus, Fall gelöst, Thema beendet, weitermachen wie bisher. Die Sicherheitsmaßnahmen haben jedenfalls wieder sichtbar abgenommen. Vielleicht war die zu erwartende Kurzlebigkeit ja auch der Grund für deren Unzulänglichkeit.

Patricia Otuka-Karner
Kampala, Uganda

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