Der Blog von Welt

Indien 2.0

Wie das interaktive Web das Reisen verändert.

Von Alka Pratap

Rund elf Millionen Menschen im Jahr besuchen Indien. Es war und ist ein beliebtes Reiseziel für TouristInnen aus aller Welt. Schon im 13. Jahrhundert soll der Sufi-Mystiker Jalaluddin Rumi Reisen nach Indien empfohlen haben.

Die Lust, das riesige Land zu entdecken, ist seither nicht vergangen. Der öffentliche Transport, Versorgung im Krankheitsfall oder die Sicherheitsstandards stellen Reisende dennoch vor so manche Herausforderung. Aber heutzutage ist vieles dank einer Reihe elektronischer Hilfsmittel wesentlich einfacher.

Vor kurzem wurde bekannt, dass eine Frau, als sie im Zug sexuell belästigt wurde, eine Twitter-Nachricht direkt an das zuständige Eisenbahn-Ministerium schickte. Daraufhin wurde die Polizei verständigt, die den Täter an der nächsten Station in Gewahrsam nahm.

Abgesehen von Hilfe in Notsituationen spielt das Netz auch für die Auffindung touristisch interessanter Orte eine große Rolle. Offiziell gibt es in Indien 3.686 geschützte Kulturdenkmäler. Davon sind weit nicht alle logistisch erschlossen. Da treten BloggerInnen, wie zum Beispiel Neelima Vallangi, auf den Plan. Sie besucht diese Destinationen und teilt Informationen darüber im Netz.

Auch der indische Premierminister Modi ist ein Freund des Reisens und des Postens darüber. Ab und an ruft er seine Twitter-FollowerInnen auf, ihre Lieblingsdestinationen in Indien zu teilen. Darauf reagieren normalerweise hunderte Menschen und schaffen einen Pool von Empfehlungen für andere Reisende.

Darüber hinaus gibt es bereits unzählige Apps, die dabei helfen, Zimmer, Tickets oder Autos zu buchen und deren Qualität öffentlich zu bewerten bzw. Auskünfte einzuholen, wie zum Beispiel das Forum „India Mike“.

Wie die Reise durch das reale Indien schließlich wird, ist natürlich nicht im Detail zu planen. Aber mit Unterstützung von Twitter, Facebook und Co. kann man wohl die guten Erlebnisse maximieren, die nicht so guten minimieren und sich immer noch am Unvorhergesehenen erfreuen.

Alka Pratap aus Indien praktiziert und lehrt Yoga, reist viel und bloggt mit Vorliebe rund um diese Themen.

www.globalvoices.com

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