Iran, Mythos und Realität. Staat und Gesellschaft jenseits von westlichen Sensationsberichten.

Von Maryam Schumacher ·

Peyman Javaher-Haghighi

Sachbuch. Unrast-Verlag, Münster 2008, 172 Seiten, € 14,00

Die Wahrnehmung des Iran im Westen ist geprägt von Klischees und Vorurteilen. So lautet die These von Peyman Javaher-Haghighi, der sich in dem vorliegenden Buch genau damit auseinandersetzt und mit Klarheit und Sachlichkeit zur Aufklärung beitragen will. Angefangen von der Revolution von 1979 über die minutiöse Aufzählung der politischen Ereignisse nach der Machtergreifung von Khomeini werden die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen im Land analysiert, bis hin zu den komplexen Beziehungen Irans mit den USA und der EU, sowie den Bestrebungen für ein Atomprogramm.

Das Ziel der Entmystifizierung des Irans hat der Autor allerdings nicht erreicht. Die Annahme, dass der Westen über die geschichtlichen Ereignisse nicht aufgeklärt ist, trifft nur bedingt zu. Auch lässt der Titel vermuten, dass die „Mythen“ über den Iran Schritt für Schritt widerlegt werden. Dieser wesentliche Versuch wird nicht unternommen. Stattdessen wird auf eine „Realität“ hingewiesen, die der Leserschaft zwar nicht neue Erkenntnisse liefern muss, die aber dennoch analytisch wertvoll und fundiert ist.

Einen wichtigen Beitrag hat der Autor jedoch dadurch geleistet, auf die innenpolitischen Kräfte im Iran einzugehen und dabei eine Dynamik zu beschreiben, die westliche BeobachterInnen oft unterschätzen. Begrüßenswert ist Javaher-Haghighis Plädoyer für eine Einbindung und Unterstützung der „dritten Kraft“, der zahlreichen internationalen wie nationalen NGOs, in Verhandlungsprozesse. Der Iran wird lange Zeit noch im Fokus der weltpolitischen Aufmerksamkeit stehen und besonders vor dem Hintergrund des Machtwechsels in den USA wird sich weiterhin die wichtige Frage stellen: wie soll mit diesem Land in Zukunft umgegangen werden?

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