Journalistinnen im Tschador

Von Eva Bachinger · · 2001/12

Lise J. Abid

Frauen und gesellschaftlicher Aufbruch im Iran. Verlag Brandes & Apsel/ Südwind; Frankfurt/Wien; 192 Seiten, öS 218,-.

In der jüngsten Vergangenheit kam einiges zu Tage: sowohl unsere große Unwissenheit und, daraus wohl folgend, unsere Ressentiments und Pauschalverurteilungen gegenüber einer ganzen Weltreligion. Der Islam ist – wie das Christentum – äußerst heterogen, und Bücher wie diese können zu neuen Einsichten verhelfen.
Die österreichische Autorin Lise J. Abid, die sich mehrmals im Iran für Interviews und für Recherchen über Zeitungen, speziell Frauenzeitschriften, aufhielt, eröffnet einen ungewohnten Zugang zum Alltagsleben der Frauen im Iran. Was Frauen im Iran denken und schreiben, dringt kaum zu europäischen MedienkonsumentInnen durch, obwohl vor allem publizistisch tätige und engagierte Frauen den sozialen Wandel der letzten Jahre geprägt haben. Die Gleichwertigkeit der Geschlechter, die auch bei einer als natürlich und gegeben angesehenen Aufgabenteilung möglich sei, werde im Iran betont.
Das kann man sich als europäische Frau, die glaubt, in einer aufgeklärten Umgebung zu leben, nun wirklich nicht vorstellen. Wer „verbirgt“ sich unter dem bodenlangen, zeltartigen Tschador, den wir mit den Frauen im Iran assoziieren? (Fragen sich das die europäischen Frauen?)
Um andere Zugänge und Sichtweisen besser verstehen zu können, muss man sich mit dem Fremden auseinander setzen, nach den Hintergründen und Ursachen fragen. Dieses Buch macht verständlich, wie Frauen im Iran auf der Basis des islamischen Rechts argumentieren, welche Rechte sie für sich in Anspruch nehmen. Es zeigt, welche Rolle die Frauenzeitschriften im gesellschaftlichen Wandel spielen.

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