Kadero: Perdu

Von Werner Leiss
Atlas Music Pro

Kadero wäre wahrscheinlich längst ein international bekannter Raï-Superstar, hätte es ihn nicht ausgerechnet nach Österreich verschlagen. Dabei kann sich der in der marokkanischen Stadt Oujda geborene Sänger ohne weiteres problemlos mit allen Größen dieses Genres messen. Andererseits hätte er beispielsweise wahrscheinlich einen Otto Lechner nicht kennen gelernt und wir und die Welt wären um eine echte Attraktion ärmer. Denn gerade das Zusammenspiel mit dem Ausnahme-Akkordeonisten und Musikern wie dem Bassisten Linley Marthe von Joe Zawinul Syndicate oder dem Gitarristen Karl Ritter bereichert und erweitert das musikalische Spektrum ungemein und entführt in Klanggefilde, die so wohl noch nie bei einem Raï-Künstler gehört werden konnten. Virtuos-jazziger lässt sich eine auf poppigem Boden stehende Musikrichtung, wie es bei zeitgenössischem Raï und auch bei Kadero der Fall ist, jedenfalls wohl schwer instrumentieren.
Auf dem neuen Album präsentiert Kadero zwölf Eigenkompositionen, deren Texte von Migration, Heimweh und zwischenmenschlichen Problemen handeln. Am Ende muss es angesichts der mitreißenden Musik, die hier zu hören ist, aber eine Lösung für alle Probleme geben. Und ein international bekannter Superstar wird er auch noch. Geht gar nicht anders.

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