Kakao statt Koka

Oikocredit Austria fördert Kooperative in Peru.

Von Robert Lessmann

"Bei uns gibt es keinen Zwang. Der beste Anreiz, vom Kokaanbau auf andere Produkte zu wechseln, ist ein guter Preis“, sagte Isaac Zuñiga, Geschäftsführer der Kooperative „Naranjillo“, am 10. Februar auf einer Pressekonferenz von Oikocredit Austria. Inzwischen 5.000 Mitglieder – Tendenz steigend – produzieren organischen Kaffee und Kakao zu fairen Bedingungen. Die peruanische Region Selva Central war in den 1980er und 1990er Jahren einer der Brennpunkte des „Drogenkriegs“, an dem auch die Guerilla „Sendero Luminoso“ und US-Spezialkräfte beteiligt waren. Kein leichtes Terrain!

Doch die bereits 1964 gegründete Kooperative konnte sich über die turbulenten Jahre halten und zu einer nachhaltigen Alternative heranwachsen. Ihr Kapital beträgt heute 20 Mio. US-Dollar. Dies auch dank der Hilfe aus dem Ausland. Oikocredit hat „Naranjillo“ eine Kreditlinie in Höhe von 1,5 Mio. Dollar für Modernisierung und Erweiterungsinvestitionen gewährt. „Uns geht es immer auch um eine nachhaltige Verbesserung der Situation für die Menschen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Günter Lenhart. Neben 600 Mikrokrediten unterhält Oikocredit auch eine Projektkreditschiene mit 250 Partnern, meist Kooperativen wie „Naranjillo“. „Zwang gibt es bei uns nur hinsichtlich der Qualitätskontrollen in der Produktion und der fairen Vermarktung“, sagt Zuñiga und appelliert an die KäuferInnen: „Schokolade schmeckt auch besser, wenn sie fair hergestellt wurde.“

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