Kein Fortschritt

Fünf Jahre nach der 4. Weltfrauenkonferenz im Bejing wurde auf einer Tagung in Wien Zwischenbilanz gezogen.

Von Gundi Dick
Was ist aus der ambitionierten Aktionsplattform, dem Abschlußdokument der 4. Weltfrauenkonferenz, geworden? Gab es in den seither vergangenen fünf Jahren in der Frauen- und Genderpolitik Fortschritte, Stagnation oder gar Rückschritte?

Helen O'Connell, ehemalige Vorsitzende von WIDE-International (Women in Development), sieht grosso modo nirgendwo "Gender-Gleichheit" realisiert, im Gegenteil: Die neoliberale Wirtschaftspolitik der vergangenen 20 Jahre habe global betrachtet für Frauen negative Folgen.

Die Expertinnen für Gender- und Entwicklungsfragen Nelcia Robinson, Mohau Pheko, Frescia Carrasco und Stana Buchowska zogen exemplarisch in den Bereichen wirtschaftliches Empowerment in der Karibik, Demokratisierung in Südafrika, reproduktive und sexuelle Rechte in Lateinamerika und Frauenhandel in Osteuropa eine nüchterne Zwischenbilanz.

Brita Neuhold von WIDE-Österreich kritisierte in erster Linie die Abschaffung des Büros der Frauenministerin durch die FP/VP-Regierung als einen schwerwiegenden Rückschritt. Außerdem haben die von der damaligen Frauenministerin Helga Konrad gemachten Zusagen geringen Niederschlag gefunden. Weder explizite Frauenförderung in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit noch die Gewährung von Asyl für Frauen, die vor sexueller Gewalt fliehen müssen, sei befriedigend umgesetzt.

Veranstalterinnen der Tagung Mitte Mai waren WIDE-Österreich, Österreichische Gesellschaft für Familienplanung, UNIFEM-Österreich und Frauensolidarität.

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