Kinder, die die Welt verändern

Yann Arthus-Bertrand, Anne Jankéliowitch

Aus dem Französischen von Kristina Petersen. Gabriel-Verlag, 2014, 128 Seiten mit farbigen Fotos, 17,50 Euro

„Brauch‘ ich nicht“, sagt meine neunjährige Buchkritikerin, als ich ihr „Kinder, die die Welt verändern“ vorlege. Und dann blättert sie das Buch doch durch und liest laut daraus vor: Über den gleichaltrigen Felix Finkbeiner aus Deutschland, der die Klimaerwärmung aufhalten will und deshalb Bäume pflanzt. Über den 13-jährigen Rujul Zaparde aus den USA, der Spenden gesammelt und geholfen hat, in indischen Dörfern 47 Brunnen zu bauen. Über die 12-jährige Ondine Eliot aus Frankreich, die Haie retten will und eine Ausstellung entworfen hat, die Menschen wachrütteln soll.

45 Kinder ab neun Jahren zeigen in diesem Buch, dass selbst kleine Projekte eine große Wirkung haben können. Mit Zuversicht, Begeisterung und voller Tatendrang gehen sie die Dinge an, die ihnen am Herzen liegen. Dabei steht der Schutz der Umwelt und des Lebensraums für Mensch und Tier an erster Stelle. Die Texte sind grafisch schön aufbereitet und für Kinder gut lesbar. In Form von kleinen Steckbriefen erklären die Kinder selbst, wie sie vorgegangen sind, was sie durch ihr Engagement erreicht haben und worauf sie besonders stolz sind. Anderen Kindern, die auch etwas verändern möchten, geben sie Tipps: „Finde eine Aufgabe und sei mit ganzem Herzen dabei“ oder „Fange mit kleinen Aktionen an und kläre zuerst deine Familie und deine Freunde auf, dann deine Schule.“

Ein Augenschmaus ist das Buch deshalb, weil es großzügig – teilweise doppelseitig – mit Fotos des französischen Fotografen Yann Arthus-Bertrand illustriert ist. Sein Fotoband „Die Erde von oben“ verkaufte sich weltweit mehr als drei Millionen Mal.

Die neunjährige Leserin hat das Buch inzwischen zurück auf den Tisch geworfen. „Sag‘ ich doch, brauch ich nicht. Ich geh‘ spielen.“ Es liegt wahrscheinlich bei den Erwachsenen – unter anderem bei Eltern, Lehrerinnen und Lehrern –, deren Geschmack das Buch sehr wohl trifft, dass sie es auch der eigentlichen Zielgruppe näherbringen.
noh

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