Kinder in den Kulturen der Welt

Martine und Caroline Laffon

Von Brigitte Pilz
Aus dem Französischen von Eva Plorin und Alexandra Brehme. Bildband, Großformat. Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2008 (3. Auflage), 240 Seiten, € 20,50

„Einem Kind durch lebendige Traditionen zu helfen, seinen Platz in der Familie und der Gemeinschaft zu finden und darüber hinaus den Sinn des Lebens und den Weg der Menschheit zu erkennen, ist wohl der Wunsch aller Eltern dieser Welt.“ So heißt es im Vorwort zu diesem wunderschönen Buch. Doch wie dies geschieht, durch welche Gesten, Handreichungen, Lernschritte und Alltagsrituale die eigene Kultur an die Nachkommen weitergegeben wird, unterscheidet sich von einer Gesellschaft zur anderen ganz wesentlich. Mehr noch: Was Kindheit heißt, wie und wann sie endet, wer welche Verantwortung für die Mädchen, für die Buben trägt, wie Kinder selbst Verantwortung zu übernehmen lernen, variiert je nach Überlieferung, Lebensumständen und Umweltbedingungen.
Zuerst betrachtet man fasziniert die Fotos. Selten habe ich so gelungene Abbildungen von Kindern gesehen. Es sind keine Models, die sich hier präsentieren. Die Kinder sind in ihren Tätigkeiten vollkommen natürlich. Es bieten sich keine unverschämten Blicke „hinter die Kulisse“. Ein breiter, lebendiger Bilderboden quer durch die Kontinente und Kulturen tut sich auf. Ein Fotograf / eine Fotografin allein hätte diese Vielfalt in so bestechender Qualität nicht schaffen können. Die AutorInnen (Mutter und Tochter) haben sich aus vielen Bildquellen kundig bedient.

Sie selbst beschreiben in aufschlussreichen Texten einfühlend den Alltag verschiedener Völker und erklären, wie Kinder Tätigkeiten, Gebräuche, Gewohnheiten übernehmen lernen und warum sie es tun müssen, oft genug, um in einer unwirtlichen Umwelt zu überleben. Feste, religiöse Rituale, das Schmücken und sich Kleiden, Spiel und Spaß – all dies bleibt dennoch nicht ausgespart. Wahrscheinlich ist das Buch deshalb so erfrischend und positiv, ohne dass ein beschönigendes Make-up über schwierige Lebensverhältnisse gelegt worden wäre.
So ist ein Buch entstanden, das nicht zuletzt als Geschenk für sich selber oder für andere zu empfehlen ist. (Siehe auch das Thema „Kinderrechte“ in dieser Ausgabe.)

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