Klarstellung

500 Jahre Brasilien (4/2000)

Von Helmut Zettl, 3401 Weidlingbach/NÖ
Wir müssen mit der althergebrachten Geschichtsschreibung, dass Kolumbus 1492 Amerika entdeckt hat und Cabral um 1500 beim heutigen Jossoa Pesoa brasilianischen Boden betreten hatte, aufräumen, zumal wir ja wissen, dass der Wikinger Leif Erikson um 1000 in Neufundland (Ort Anse-aux-Meadows, Wikingersiedlung) gelandet war und uns antike Landkarten beweisen, dass Amerika (Südamerika) und Mexiko lange vor den span. Conquistatoren Cortez und Pizzaro besucht worden waren. Die legendäre Waldseemüllerkarte zeigt ganz Südamerika bereits 1507, wobei Hernando Cortez erst 1519 mex. Boden betreten hatte, aber auch die beiden span. Schiffsbrüchigen Aguilar und Grijalvas bereits 1517 auf Yukatan gelandet waren. Eine Kopie dieser Karte, die Karte des Holländers Hendricus Glareanus, hängt in der Bonner Universitätsbibliothek und die berühmte Piri Reis Karte aus dem Topkapi Museum in Istanbul (1512) zeigt nicht nur ganz Südamerika, sondern sogar die Antarktis.

Um auf Brasilien zurückzukommen, gibt es auf der Nachbarinsel von Madeira, el Porto Santo, wo Kolumbus die Gouverneurstochter Filipi Monis de Perestrilla heiratete und dort 2 Jahre lebte, in seinem Wohnhaus, heute ein Museum, die älteste Karte Lateinamerikas, die 1500 von dem span. Kartographen Juan de la Casa, also 19 Jahre vor Cortez und 32 Jahre vor Pizzaro gezeichnet worden war und die 1500 bereits die ganze Karibik, Venezuela und Ostbrasilien zeigt, also zu einer Zeit, wo Cabral erst am Ostkap gelandet sein soll. Wobei dies so zu erklären ist, dass ein Kapitän Pinzon, der eines der drei Schiffe des Kolumbus befehligte, bereits 1480 in Brasilien gelandet sein soll. Neuesten Forschungen zufolge zeigt eine Karte, die Hammerkarte im brit. Völkerkundemuseum, in SO-Asien einen Drachenschwanz, der vom argentinischen Gelehrten Paul Gallez als Südamerika identifiziert wurde und der das ganze südamerikanische Flussnetz aufweist. Die Karte ist mit 1489, also 3 Jahre vor Kolumbus datiert, alle diese Karten, die es "nicht geben dürfte" sind mir Sicherheit Kopien alter Wikingerkarten. Wikinger, die nicht nur bis Neufundland, im heutigen Kanada, sondern bis Südamerika gekommen waren. Müssen wir also unser Geschichtsbild bald revidieren?

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