Kleine Menschen, große Welt

Jungen WeltentdeckerInnen wird auch hierzulande nicht langweilig.

Von Nora Holzmann
Freiheit pur, im Roots Camp im Wienerwald.

Ein Langstreckenflug mit Kindern? Teuer, unökologisch und noch dazu ziemlich anstrengend, meinen viele. Reiselustige Eltern und Kinder können aber ihr Fernweh auch in Österreich gut stillen. Der Sommer bietet jede Menge Angebote für junge Menschen, die neugierig auf die Welt sind.

Gleich zu Beginn der Schulferien, von 3. bis 7. Juli, können Familien beim Kasumama Afrika Festival im idyllischen Moorbad Harbach im Waldviertel feiern und entspannen. Für Kinder gibt es beim Festival ein eigenes Angebot. So führt etwa die Kinder-Tanztheatergruppe lyASA aus Simbabwe das Märchen „Girafika“ auf, das von einer Zeit erzählt, als die Giraffen noch kurze Hälse hatten. Wer nach dem Ka­sumama Festival noch mehr Lust auf Afrika bekommt, der darf sich auf die Afrika Tage auf der Wiener Donauinsel freuen. Dort heißt es von 26. Juli bis 4. August „Zehn Tage Lebensfreude pur“. Für Kinder wird jede Menge geboten: Lesungen afrikanischer Geschichten, Trommel-Workshops oder Kamelreiten. Bei der Kinderbetreuung dürfen die Kleinen kreativ werden – Lehmbilder werden gemalt und Drahtschmuck wird gebastelt.

Kinder, die kleine feine Feste den großen Festivals vorziehen, sind beim Grenzenlos- Sommerfest im niederösterreichischen St. Andrä-Wördern richtig. Von 30. August bis
1. September wird gemeinsam mit Menschen aus über 70 Nationen unter Obstbäumen gegessen, gesungen und gespielt. Eine orientalische Lounge, Basteln mit Naturmaterialien, ein Fußballturnier und vieles mehr erwartet Familien.

Wieso nicht gleich länger in der Natur sein? Und am besten ohne Eltern? Das können Kinder im Roots Camp im Biosphärenpark Wienerwald. Gut betreut verbringen dort mutige 6- bis 12-Jährige einige Tage auf einer Lichtung im Wald, ohne Uhren, Handys und Strom. Sie schnitzen Zauberstäbe, kochen am Lagerfeuer und leben in den Tag hinein. Den ganzen Juli und August über werden die 5-tägigen Camps angeboten. Auch der WWF veranstaltet Feriencamps. Spaß werden dort vor allem naturliebende Kinder haben, die gerne Tiere beobachten, Pflanzen bestimmen und dabei ökologische Zusammenhänge kennenlernen. Die Camps finden in Wien, Kärnten, Niederösterreich und Burgenland statt.

Aber selbst in der Großstadt können Kinder Interessantes erleben. Was man etwa aus Müll alles basteln kann, erfahren sie im Nachbarschaftszentrum 16 des Wiener Hilfswerks. Den ganzen Sommer über widmen sich dort Workshops dem Thema Müll: Kinder lernen, wie sie Zeitungshüte, bunte Seifen, Recycling-Schmuck und Schals aus alten Leiberln basteln.

Und wenn das Wetter trotz Sommer einmal richtig schlecht sein sollte und Kinder und ihre Eltern sich in den Süden sehnen, dann ist ein Ausflug nach Linz ins Ars Electronica Center zu empfehlen. „Die Erde begreifen“ heißt dort der aktuelle Themenschwerpunkt, bei dem Erwachsene und Kinder so Einiges erfahren – über Klima- und Vegetationszonen, Gebirgsketten und Tiefseegräben, die Reiserouten von Zugvögeln, Straßen- und Schienennetze, Lichtverschmutzung oder die Produktion und den Verbrauch von Energie.

Danach sind Familien bestens informiert und gut gerüstet, falls sie sich im nächsten Sommer vielleicht doch in die Ferne begeben.

www.kasumama.at
wien.afrika-tage.de
www.grenzenloskochen.at/sommerfest
rootscamp.at
www.wwf.at/kids/camps
www.nachbarschaftszentren.at

nach oben

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen