Köpfchen haben

Überall auf der Welt trifft der oder die Reisende auf "kopflastige" Frauen, die geschickt auf ihrem Haupt Lasten transportieren.

Von A.M. Begsteiger
Eigentlich müsste es ja heißen: Köpfchen muss frau haben, denn Männer sieht man auf der ganzen Welt keine mit solch bemerkenswerten Lasten, wie sie vor allem Afrikanerinnen auf ihren Köpfen tragen. Aber nicht nur Afrikanerinnen: Auch in Asien, Südamerika und Ozeanien ist diese Art des effektiven Transports ohne großen technischen Aufwand weit verbreitet, und sogar auf dem Balkan trifft man gelegentlich "kopflastige" Frauen. Während wir mit Taschen und schweren Koffern Schlagseite bekommen oder uns mit Rucksackriemen die Schultern aufscheuern, gehen die Kopfarbeiterinnen zielstrebig und würdevoll ihres Weges, kaum dass sie dabei einmal mit den Händen die Last stützen müssen.

Und was da alles an Lasten transportiert wird: Brennholz, Wasserkrüge, Kartons mit Einkäufen, Säcke mit Feldfrüchten und vieles andere mehr - und zusätzlich wird auch noch häufig der Nachwuchs am Rücken mitgetragen. Der menschliche Körperbau kommt dieser Transportmethode offenbar so sehr entgegen, dass bis zu einem halben Zentner bewältigt werden kann - und das auf den oft langen Strecken von den städtischen Märkten zurück in die Dörfer.

Dass dabei nur selten etwas zu Bruch geht, ist erstaunlich. Wer jemals selbst versucht hat, mit einer Kopflast ein paar Schritte zu gehen, weiß, dass diese ihren exponierten Ort meist allzu schnell in Richtung Erdboden verlässt - auch hier macht nur Übung von kleinauf die Meisterin.

A. M. Begsteiger ist freiberuflicher Pressefotograf und lebt in Gleisdorf (Steiermark).

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