Konfliktregelung und Friedenssicherung im internationalen System

Von Maria Hörtner ·

Kathrin Albrecht, Annegret Bendiek, Reinhard Meyers, Sabine Wagner

Lehrbuch. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, 272 Seiten, € 29,90

Seit dem Fall der Berliner Mauer ist die Zahl der weltweiten bewaffneten Konflikte um 40% gesunken. Einzig die Gewaltform des internationalen Terrorismus ist im Steigen begriffen und wird von der Politik zunehmend als größtes Feindbild und als Bedrohung für den weltweiten Frieden stilisiert. Dass jedoch weitaus größere Gefahrenquellen existieren, zeigen die AutorInnen dieses Lehrbuches auf: Faktoren wie der Klimawandel, der weltweite Wettbewerb um endliche Ressourcen, die ökonomische Marginalisierung der Bevölkerungsmehrheit und die Militarisierung internationaler Beziehungen. Eine umso wichtigere Stellung kommt demzufolge der Konfliktregelung und Friedenssicherung zu.

Das Lehrbuch geht auf Grundlage dieser Überlegungen der Frage nach, wie Konflikte vermieden bzw. soweit stabilisiert werden können, dass eine militärische Intervention verhindert werden kann. Bis jetzt haben es die internationalen Institutionen (allen voran die Vereinten Nationen und ihr Sicherheitsrat) nicht bzw. nur mangelhaft geschafft, nachhaltige Lösungen zu finden und Frieden zu sichern. Anhand des herausragenden Beispiels Jugoslawien wird deutlich gemacht, welche Struktur- und Funktionsprobleme im internationalen System existieren. Welche Lehren können nun aus den vergangenen Konflikten bzw. fehlgeschlagenen Interventionen gezogen werden? Welche Varianten der Konfliktregulierung eignen sich für die so genannten „neuen“ Kriege?

In den drei Kapiteln des Buches wird ein eindrücklicher Einblick in die Theorie und Handlungsoptionen der Konfliktregelung gegeben. Die fünf Stufen und Ausprägungsformen der Konfliktbearbeitung (Prävention, Intervention, Management, Transformation, Stabilisierung) werden anhand praktischer Beispiele analysiert. Die Verbindung mit realen Beispielen stellt sicher ein Plus dieses Lehrbuches dar. Die AutorInnen versuchen damit, eine selbst vorgebrachte Kritik an der Konfliktforschung – nämlich die mangelnde Verbindung mit der Praxis – zu untergraben. Was jedoch fehlt, sind konkrete Lösungsvorschläge und tiefgreifendere Konzepte für eine lang anhaltende Friedenssicherung.

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