Kraftvoll & intensiv

Von Werner Leiss

Rokia Traoré hat ihre akustische und bluesorientierte Phase fürs Erste hinter sich. Hier rockt sie intensiv, aber nicht etwa im herkömmlichen, westlichen Sinne mit Rock’n’Roll-Habitus. Hier klingt alles sehr intensiv nach Afrika. Es sind nicht nur die kräftigen Gitarrenriffs und die Basslinien, die hier tragen und antreiben. Hier übernimmt auch die Ngoni einen wichtigen Part. Gemeinsam mit ihren MitmusikerInnen verleiht sie ihren Kompositionen in der Ausführung einen ganz eigenen, fast hypnotisierenden Drive. Produziert hat John Parish, der insbesondere durch seine Zusammenarbeit mit P.J. Harvey bekannt ist.

Natürlich ist für die aus Mali stammende Tochter eines Diplomaten die Situation ihres Heimatlandes und auch speziell die Situation der Frauen ein dringendes Anliegen in ihren Texten, die sie teilweise auf Bambara singt. Speziell der Titeltrack ist eine zornige Auseinandersetzung mit dem Chaos in Mali, und auch anderswo in Afrika. Gleichzeitig aber auch eine Liebeserklärung an den Kontinent. Aufgrund der besonderen Eindringlichkeit und hohen Intensität das bislang aufregendste, im besten Sinne auch kommerziellste Werk von Rokia Traoré.   

Rokia Traoré
Beautiful Africa
Out Here Records, Vertrieb: Lotus

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