Kumbh Mela. Indien feiert das größte Fest der Welt.

Ilija Trojanow, Thomas Dorn

Von Werner Hörtner
Bildband. Verlag Frederking & Thaler, München 2008, 192 Seiten, ca. 100 Farbfotos, € 51,40

Alle zwölf Jahre wieder, im Zeichen einer bestimmten Sternenkonstellation, pilgern Millionen Menschen zu jenem Ort in der Nähe der nordindischen Stadt Allahabad, wo der Jamuna-Fluss in den Ganges mündet. Eine riesige Zeltstadt wird hier errichtet für die Gläubigen aus dem ganzen Land, bis zu 30 Millionen sind es manchmal, und ein Riesen-Spektakel läuft hier einige Wochen lang ab.

Der Höhepunkt der Pilgerreise ist das reinigende, das heilige Bad. An vier Tagen kann gebadet werden, dann stürzen Zigtausende ins Wasser, nackte kahlgeschorene Novizen, für die das Bad die Initiation bedeutet, ebenfalls nackte Sadhus, Heilige, mit langen Haaren und verfilzten Bärten, Gurus, Eremiten – und Millionen „normaler“ Pilger und Pilgerinnen. Am Ufer herrscht frenetisches Gedränge, Stoßen, Schreien, Treten, Schlagen; alle sind wie von Sinnen vor lauter Gier auf Reinigung.

Ilija Trojanow (s. Titelgeschichte SWM 12/08) begleitet literarisch eine Pilgerfamilie, schlüpft in diese und jene Rolle, mischt sich unter die Massen, besucht Veranstaltungen und Theateraufführungen und schaut, nimmt auf, löst sich auf mit den vielen Millionen.

Der Fotograf Thomas Dorn lässt uns optisch eintauchen in dieses unglaubliche Spektakel der Superlative, ermöglicht uns Blicke, die nicht einmal die teilnehmenden PilgerInnen gesehen haben, vervollständigt symbiotisch unseren Besuch bei Kumbh Mela, dem „Fest des Gefäßes“. Ein Dank den beiden Reiseleitern.

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