Lachsfischen im Jemen

DVD, 103 Min, € 7,99

Der Spießer Alfred Jones scheint sich mit seinem Leben abgefunden zu haben. Er geht jeden Tag in Anzug mit Krawatte zur Arbeit und kehrt am Abend zu seiner Frau in sein Haus mit Karpfenteich zurück. Doch eines Tages wird der Fischzucht-Experte gebeten, sich in ein absurd anmutendes Projekt einzubringen. Der jemenitische Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama will Lachsfische in Gewässern im Jemen ansiedeln, um sie dort angeln zu können.

Seine Finanzberaterin Harriet Chetwode-Talbot soll dieses Unterfangen betreuen und bekommt dafür 50 Millionen britische Pfund in die Hand gedrückt. Die Mission stellt Jones’ bisheriges Leben gehörig auf den Kopf, eine Romanze darf dabei nicht fehlen.

Die Besetzung des Filmes ist ein Traum: Ewan McGregor als biederer Fischexperte, Emily Blunt als heitere, lebensfrohe Chetwode-Talbot und Kristin Scott Thomas als PR-Beraterin des britischen Premierministers.

Die Liebesgeschichte – der ganze Film ist vor allem eine Romanze – ist zwar nicht immer ganz schlüssig, das tut aber dem Schau-Vergnügen keinen Abbruch.
Schade ist, dass gar nicht in Jemen, sondern in Marokko gedreht wurde. Zudem gibt es vom „Süden“ (zu) wenige Landschaftsaufnahmen, fokussiert wird auf den neuen Ansiedlungsort der Lachse. Großbritannien hingegen wird von seiner besten Seite gezeigt. Karge Steinlandschaften werden mit den grünen Highlands und alten Burgen Schottlands kontrastiert.

Es ist kein wirkliches Zusammenspiel zwischen Orient und Okzident. Am Anfang dreht sich alles um das Projekt, das als Medienspektakel der Welt verkauft werden soll. Immerhin geht Wissenschafter Jones gegen Ende des Filmes ein paar Schritte auf die Bevölkerung vor Ort zu.

Filme wie „Chocolat“, „Gilbert Grape“ und „Gottes Werk & Teufels“ haben den schwedischen Regisseur Lasse Hallström bekannt gemacht. „Lachsfischen im Jemen“, eine Verfilmung eines Romans von Paul Torday, wird nicht viel dazu beitragen. Zu Recht.

Und ohne zuviel zu verraten, eine Frage stellt man sich nach dem Film schon: Kann man mit 50 Millionen Pfund nichts Sinnvolleres machen als eine Lachszucht im Jemen?
Harald Hübler

nach oben

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen