Ladinische Wasserhexen

Von Werner Leiss

Von Marlene, Elisabeth und Maria (zwei Schwestern und ihre Cousine), drei Südtirolerinnen aus La Val, die einst mit Hubert von Goisern musizierten, wird schon einmal ein alpenländisch-volksmusikalischer Vortrag erwartet. Den liefern die Wasserhexen (was ihr Bandname übersetzt bedeutet) aber nicht.

Stattdessen präsentieren sie melancholische Liedjuwelen wie „Guant d´or“ (Goldenes Gewand), im Stile eines französischen Chansons zubereitet. Eine exzellente, vom Piano getragene Komposition, ein ergreifendes Lied, mit hinreißend hingehauchten Stimmen und mit ein bisschen Violine, Harmonium und Perkussion versehen.

Sehr fein ist das und ganz insgesamt ist dieses Werk geglückt, ihr viertes seit 2010. Sie bleiben ihrer Linie treu, Ladinisch zu singen. Das ist keineswegs als Attitüde zu verstehen. Es ist einfach ihre Muttersprache, in der sie denken und in der sie ihre Gefühle ausdrücken. Klamauk darf auch sein: Im Stile eines simplen 1980er Hits ist „Bang Bang Bun“ gehalten. Gesungen in einem Englisch, so wie sie es als kleine Mädchen im Radio verstanden haben.

Ganes

Caprize

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