Ladivine

Marie NDiaye

Roman, Suhrkamp Verlag, Berlin 2014, 444 Seiten, € 23,60

In der Hoffnung, ein neues Leben beginnen zu können, nennt sich Malinka seit ihrer Jugend Clarisse. Clarisse ist alles, was Malinka nie sein konnte. Selbstbewusst, hübsch, tüchtig und perfekt in allem, was sie macht. Aber die Vergangenheit, repräsentiert durch ihre Mutter Ladivine, holt sie immer wieder ein. Ladivine liebt ihre Tochter bedingungslos, Clarisse flüchtet aber vor dieser Liebe. Nachdem ihr bewusst ist, dass sie damit Schuld auf sich lädt, will sie dafür in allen anderen Belangen des Lebens perfekt sein. Hingebungsvoll kümmert sie sich um ihren Mann und ihre Tochter, der sie den Namen ihrer Mutter, Ladivine, gibt. Jedoch weiß weder ihre Familie von der Großmutter, noch die Großmutter von der Familie ihrer Tochter. Malinka/Clarisse kann mit ihrem Geheimnis nicht glücklich werden. Ihre freundliche Perfektion lässt ihre Familie zerbrechen.

Nach dieser beeindruckenden Einführung in das Innenleben der Protagonistin, deren Geheimnis hier nicht gelüftet werden soll, bedient sich die französische Autorin Marie NDiaye dem phantastischen Element, um die Geschichte zu Ende zu erzählen. Die Bedrohung und dann Erlösung erfolgt durch einen Hund. Immer wieder taucht er auf und bringt schließlich Ladivine, die Tochter und Enkelin, dazu, nach Clarisses Tod den Rest der Familie zusammenzubringen.

Marie NDiaye beeindruckt hier durch die Frage nach dem „menschlichen Makel“ und wie man mit ihm leben kann.
Christine Kohlmayr

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