„Legal Highs“: Neue Herausforderungen

Mit ihrem System der auf Listen erfassten „kontrollierten Substanzen“ stößt die internationale Drogenkontrolle heute an Grenzen. In rasantem Tempo kommen neuartige, im Labor hergestellte Substanzen auf den Markt, die die Wirkungen klassischer Drogen nachahmen oder übertreffen.

Von Robert Lessmann
Piperazinderivate sind Substanzen, die zu den Legal Highs gezählt werden. Am Markt bekannt sind sie als „Ecstasy“.

Über Toxizität und das Suchtpotenzial ist sehr wenig bekannt. Manchmal werden sie im Internet als Badesalz oder Duftstoffe angeboten. Der Konsum dieser Amphetamine-type Stimulants (ATS), New Psychoactive Substances (NPS) oder auch legal highs genannten Stoffe übersteigt inzwischen den von Kokain und Heroin zusammengenommen. Die Zahl der von den UNO-Mitgliedsländern gemeldeten NPS hat sich in den letzten sechs Jahren mehr als vervierfacht. Die 602 Substanzen sind deutlich mehr als jene 234, die auf den Listen der UN-Konventionen erfasst sind. Der World Drug Report 2013 widmete den NPS etwa die Hälfte seiner Seiten und diskutierte eine Reihe von Gegenstrategien, wie zeitlich befristete Verbote im Schnellverfahren oder die Erfassung ganzer Stoffgruppen. Einstweilen improvisieren Gesetzgeber und Exekutivorgane einzelner Mitgliedsländer nach Gutdünken. Manche NPS-Substanzen tauchen für eine kurze Frist auf und verschwinden dann wieder, andere sind auf einige wenige Länder oder Regionen begrenzt. Ähnlich wie bei Cannabis ist der Markt von KleinanbieterInnen dominiert. In Deutschland und Österreich dominiert das (tschechische) Kellerlabor die Produktion.

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