Leistungsschau

Das Schönste am Urlaub heuer waren die nicht vorhandenen Wahlplakate. Zurück in Österreich sind die Straßen von mehr oder weniger austauschbaren Gesichtern und Slogans gesäumt, eine Investition, deren Sinn man jeden Wahlkampf wieder in Frage stellen kann.

Viel zweifelhafter als die Plakate ist jedoch eine ganz andere Werbepraxis, die uns 52 Wochen im Jahr begleitet: die der Regierungsinserate.

Wie die Investigativplattform Dossier kürzlich aufzeigte, war Österreichs Bundesregierung die Bewerbung der eigenen Existenz und Leistung via Inserat im vergangenen Jahr rund 16,2 Millionen Euro wert. Die deutsche Bundesregierung gab im selben Zeitraum „nur“ 15,6 Millionen Euro für Inserate aus.

Wenn gleichzeitig im Sozial-und Kulturbereich gekürzt wird und für Entwicklungszusammenarbeit sowieso nie genügend Geld da ist, hat die Praxis einen besonders bitteren Beigeschmack. Unabhängig vom Wahlausgang: Sachpolitik statt Selbstbeweihräucherung wäre ein guter Vorsatz für die kommende Regierung.  cbe

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