Lesestoff:
Achtung, Globalisierung!

Drei neue Bücher zeigen verschiedene Facetten der Globalisierung.

1. Bernd Hausberger: Die Verknüpfung der Welt. Geschichte der frühen Globalisierung vom 16. bis zum 18. Jahrhundert (mandelbaum verlag, Wien 2015, 208 Seiten, € 19,90)

Mit „Die Verknüpfung der Welt“ legt der österreichische Autor eine ausgeglichene und zugleich tiefgehende historische Analyse vor. Ohne die zentrale Rolle der EuropäerInnen zu vernachlässigen, treten hier die BewohnerInnen Asiens, Afrikas und Amerikas mit ihren vielfältigen Ökonomien und politischen Organisationsformen nicht nur als Opfer, sondern auch als dynamische AkteurInnen in dem weltumspannenden Geflecht von Beziehungen auf. In einem breiten Themenspektrum wird anschaulich geschildert, wie weit die globale Arbeitsteilung bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bereits fortgeschritten war.

2. Le monde diplomatique: Atlas der Globalisierung. Weniger wird mehr (taz, Berlin 2015, 176 Seiten, € 16)

Im neuen „Atlas der Globalisierung“ geht es um ein zentrales globales Zukunftsthema: Postwachstum. Ohne Wachstum gibt es angeblich keinen Wohlstand, keine Freiheit, keinen Erfolg. Aber was genau wächst eigentlich? Das Bruttoinlandsprodukt, das Angebot an Joghurtsorten und Smartphones – oder nicht doch eher die soziale Ungleichheit? Auf einem begrenzten Planeten kann es kein unbegrenztes Wachstum geben. Was, wenn Wachstum nicht mehr weiter gehen kann? Der Postwachstum-Atlas erklärt, wie aus der Dauerkrise der Wachstumsgesellschaft eine zukunftsfähige Postwachstumsgesellschaft werden könnte. (Derzeit als Geschenk beim Abschluss eines Südwind-Magazin-Abos erhältlich.)

3. Petra Pinzler: Der Unfreihandel: Die heimliche Herrschaft von Konzernen und Kanzleien (Rowohlt Polaris, Reinbek 2015, 288 Seiten, € 12,99)

Ende September erscheint das neue Buch der ZEIT-Redakteurin Petra Pinzler, deren Dossier zum TTIP-Abkommen den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus erhalten hat. In „Der Unfreihandel“ geht Pinzler der Frage nach, wie HandelspolitikerInnen und LobbyistInnen fast unbeobachtet ihr eigenes Regelwerk entwickeln konnten. Abkommen wie CETA oder TTIP, so ihre These, schreiben die Regeln der Weltwirtschaft um – zugunsten von Konzernen und Kanzleien. Hart erkämpfte Umweltstandards und soziale Errungenschaften würden zu unerwünschten Handelshemmnissen umdefiniert werden, und die Privatisierung von öffentlichem Eigentum werde unumkehrbar gemacht. Nicht verzagen: Es gibt laut Autorin eine Chance, den Ausbau des „internationalen Schattenregimes“ zu stoppen.  Philipp Sutner / noh

Diese Bücher und noch viele mehr sind erhältlich auf: www.suedwind-buchwelt.at

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