Lesestoff: Frauen über Frauen

Starke Autorinnen aus Nigeria, Südkorea und Afghanistan erzählen von der Suche nach Selbstbestimmung und der Reflexion von Rollenbildern.

Chimamanda Ngozi Adichie: Mehr Feminismus! (Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016, € 8,30).

Die Nigerianerin Chimamanda Ngozi Adichie machte mit ihrem TED-Talk „We Should All Be Feminists“ Furore und verpackte ihre Worte in das gleichnamige Buch (deutscher Titel: „Mehr Feminismus!“) zusammen mit vier weiteren Geschichten. Alle handeln über Schuld, Scham und Sexualität, von Feminismus, Liebe und Heimat.

Adichie lässt die LeserInnen an ihren Lebenserfahrungen teilhaben und erzählt in einer flotten Sprache, wie sie in Nigeria aufgewachsen ist und sozialisiert wurde, wie sie Rollenerwartungen erlernte, und davon, sie zu brechen. Dieses Buch der mittlerweile preisgekrönten Autorin sei all jenen ans Herz gelegt, die sich auf durchaus unterhaltsame Weise mit scharfsinnigen Beobachtungen zu feministischen Perspektiven auseinandersetzen wollen.

Han Kang: Die Vegetarierin (Aufbau-Verlag, Berlin 2016, 190 Seiten, € 19,50).

Die südkoreanische Schriftstellerin Hang Kang hat es mit diesem Roman geschafft, weltweite Bekanntheit zu erreichen – unter anderem, weil er im Mai mit dem internationalen Man Booker Prize ausgezeichnet wurde. In drei Akten, von drei verschiedenen Perspektiven aus erzählt Kang darin die Geschichte einer Frau, die eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu Essen. Das ist in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, ein Zeichen der Subversion. Durch den Vegetarismus drückt sie ihre Rebellion gegen patriarchale Unterdrückung aus. Der Roman hat kafkaeske Züge und wirkt aufgrund des Spannungsfeldes zwischen schlichter Sprache und eindringlicher Handlung intensiv, auf manche(n) vielleicht auch verstörend.

Nahid Shahalimi: Wo Mut die Seele trägt. Wir Frauen in Afghanistan (Suhrkamp, Berlin 2017, 160 Seiten, € 25,70; erscheint am 6. März).

Nahid Shahalimi wurde in Afghanistan geboren, musste als Kind mit ihrer Mutter fliehen und lebt nun seit 2000 mit ihren beiden Töchtern in München, wo sie als Künstlerin, Autorin und Aktivistin tätig ist. Für dieses Buch hat die Autorin eine nicht ungefährliche Recherchereise nach Afghanistan unternommen, um mit Frauen und Mädchen über ihr Leben zu sprechen. Sie gibt mutigen Frauen, die etwa SportlerInnen sind oder im Krieg gekämpft haben, eine Stimme. Shahalimi stellt eine Graffiti-Künstlerin vor, aber auch Frauen, die zu Opfern wurden. In Summe liefern ihre Geschichten und Bilder ein Portrait einer Gesellschaft, über deren Frauen wenig gesprochen wird, die aber durch ihre Stärke umso beeindruckender und inspirierender wirken.    cs

Diese Bücher und noch viele mehr sind ­­­­erhältlich auf: www.suedwind-buchwelt.at

nach oben

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen