Lesestoff: Poetisches im Mai

Von Redaktion ·

Der Frühling gilt als Inspiration für die Dichtkunst. Wir stellen Lesens- und Wissenswertes dazu vor.

Omar Khajjam: Die Sinnsprüche Omars des Zeltmachers. (Insel Verlag, Berlin 2017, 61 Seiten, 14,40 €)

Omar Khajjam lebte im 11. und 12. Jahrhundert in Zentralasien. Sein Nachname bedeutete Zeltmacher. Er war aber Forscher und beschäftigte sich mit Mathematik und Astronomie. Er widmete sich aber auch der Dichtkunst. Als Verfasser der Rubaijat, einer Sammlung von Sinnsprüchen, wurde Kahjjam post mortem bekannt. Das Rubai ist eine Form von Poesie, die aus vier Zeilen besteht. Die erste, zweite und vierte Zeile enden im selben Reimklang. In der Übersetzung aus dem Persischen durch den Orientalisten Friedrich Rosen wird dieses Charakteristikum beibehalten. Die Themen, die Khajjam behandelt, sind universell: es geht um Liebe und Tod, und um den Versuch, die Lehren des Islams mit der Wissenschaft in Einklang zu bringen. Auch nach fast 1.000 Jahren ist dieses Werk verständlich und nicht der Vergänglichkeit anheimgefallen.

Roberto Bolaño: Die romantischen Hunde. (Carl Hanser Verlag, München 2017, 176 Seiten, 20,- €)

Roberto Bolaño wurde 1953 in Chile geboren, lebte nach dem Putsch 1973 in Mexiko und später in Spanien, wo er 2003 verstarb. Er war Mitbegründer der avantgardistischen Gruppe der Infrarealisten, die er selber als die mexikanischen Dadaisten bezeichnete. Zunächst schrieb Bolaño surrealistische Lyrik. Bekannt wurde er aber später durch seine Romane, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Im Band „Die romantischen Hunde“ sind erstmals seine Gedichte in einer deutschen Gesamtausgabe vereint. Bolaños Lyrik liest sich wie fragmentierte Prosa, die bildhaft seine Stimmungen, Beobachtungen und Gedanken auf surreale, melancholische oder aberwitzige Art vermittelt.

Hans Jürgen Balmes: Haiku. (Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2016, 288 Seiten, 12,40 €)

Haiku ist eine traditionelle japanische Gedichtform, die es seit Jahrtausenden gibt und die heute in verschiedensten Ecken der Welt anzutreffen ist. Charakteristisch ist ihre Kürze: Sie besteht traditionell aus drei Wortgruppen von je fünf, sieben, und wieder fünf Silben.

Die Sammlung „Haiku“, herausgegeben von Hans Jürgen Balmes, beinhaltet zum einen Haikus der bekanntesten japanischen Dichter vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, die den Fokus u.a. auf die Natur und ihre Betrachtung legten. Zum anderen beinhaltet das Buch Haikus von Dichtern der sogenannten Beat Generation aus den 1950er Jahren in den USA. Balmes bietet mit dieser spannenden Zusammenstellung einen Überblick in die Dichtkunst der Haikus aus den verschiedenen Jahrhunderten und von Ost bis West.   cs

Diese Bücher und noch viele mehr sind erhältlich auf: www.suedwind-buchwelt.at

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