Lesestoff: Sport in Buchform

Die sportlichen Großereignisse des Sommers 2016 haben viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Wer seine Zeit jetzt dem Lesesport widmen möchte, findet hier drei Werke aus dem literarischen Feld.

Caio Vilela: Straßenfußball. Eine Weltreise in Bildern (Spielmacher, Mannheim 2016, 288 Seiten mit über 200 Fotos, € 35,80)

Ab 2003 war der brasilianische Fotograf Caio Vilela in über 100 Ländern unterwegs und erfolgreich am richtigen Platz, um Straßenfußball in seiner ganzen Vielfalt mit seiner Kamera einzufangen: ob im kirgisischen Chon Kemin oder im nepalesischen Kathmandu, in Allepo oder in Rom frönen die Menschen dem spontanen Spiel mit dem Leder. Dabei wurden sie von Vilela für dieses Buch in hochwertigen Fotos verewigt. Wer noch mehr sehen will, findet auf der Webseite http://artefutebol.com.br noch viele weitere Fotos, unter anderem aus allen 27 brasilianischen Bundesstaaten, die Caio Vilela in einem weiteren Projekt auf der Suche nach dem Straßenfußball bereist hat.

Ilija Trojanow: Meine Olympiade. Ein Amateur, vier Jahre, 80 Disziplinen (Fischer, Wien 2016, 336 Seiten, € 22,70)

Die letzte Olympiade, den Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen, von 2012 bis 2016 hat Ilija Trojanow dem außergewöhnlichen Selbstversuch gewidmet, alle 80 Olympia-Sommer-Einzeldisziplinen zu trainieren – mit dem Ziel, halb so gut dabei abzuschneiden wie die Goldmedaillen-GewinnerInnen der Olympischen Spiele von London 2012. Trainiert hat er dafür auf der ganzen Welt, unter anderem Judo in Japan, Ringen im Iran, Laufen in Kenia, Beach-Volleyball in Brasilien oder Triathlon in Südafrika. Das Buch ist neben einem Reise- und Trainingsbericht, der faszinierende Einblicke in die Welten und Milieus des Sports gibt, auch die Geschichte einer Selbsterfahrung von körperlichen und psychischen Grenzen und Beziehungen.

Maria Toorpakai (mit Katharine Holstein): Das verborgene Mädchen. Wie ich mich als Junge ausgab, um der Unterdrückung durch die Taliban zu entgehen (Heyne, München 2016, 428 Seiten, € 17,50)

Die Verfasserin dieser Autobiografie, Maria Toorpakai Wazir, wurde 1990 in einem kleinen Dorf in Südwaziristan in Pakistan geboren, in dem Mädchen nach strengen Regeln leben müssen. Um diese zu umgehen und Sport betreiben zu können, gibt sie sich, unterstützt von den liberalen Eltern, als Bub aus und wird so mit zwölf Jahren pakistanischer Jugendmeister im Gewichtheben. Als sie das Squash-Spielen als ihren Lieblingssport entdeckt, gibt sie mit 16 Jahren ihre Verkleidung auf, um im Mädchenteam mitspielen zu können, wird Pakistans Jugendmeisterin und Berufssportlerin. Drei Jahre lang musste sie sich vor den Taliban versteckt halten. Heute lebt Maria als erfolgreiche Squash-Spielerin in Kanada und war im Mai 2016 Nummer 56 der Weltrangliste.

Diese Bücher und noch viele mehr sind erhältlich auf: www.suedwind-buchwelt.at

nach oben

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen