Made in China

Von Irmgard Kirchner ·

Warum sollen wir uns für die Rechte von Arbeiterinnen und Arbeitern in China interessieren? Weil sie für uns arbeiten. Ob Ostermarkt, Spielzeuggeschäft oder angesagte Boutique … Es gibt kaum ein Entkommen vor Waren „made in China“. Vor zehn Jahren waren die chinesischen die billigsten Waren. Mittlerweile sind die Exporte aus dem Reich der Mitte unverzichtbar, um unseren Konsum in bestehendem Ausmaß aufrecht zu erhalten. Von Arbeitsrechtsverletzungen und Mangel an demokratischen Rechten in China hört und liest man regelmäßig. Doch die folgenden Thema-Seiten, die wir von unserer Partnerzeitschrift New Internationalist übernommen haben, machen die Lebenswelt chinesischer ArbeiterInnen erschütternd anschaulich.

China hat sich zur Werkstatt der Welt entwickelt, möglich gemacht durch ein schier unerschöpfliches Reservoir an Arbeitskräften. Die traditionelle (maoistische) Arbeiterklasse – mit ihrem Anspruch auf minimale soziale Sicherung – wurde dezimiert in Folge von Privatisierungen und Zusammenbrüchen von Staatsbetrieben. Jetzt werken MigrantInnen der ersten und zweiten Generation in den Export-Fabriken.

In China findet gerade die größte Migrationsbewegung der Menschheitsgeschichte statt. Geschätzte 20 Millionen Menschen jährlich verlassen ihre Heimat, um in den Sonderwirtschaftszonen im Süden in Fabriken Dinge für den Export herzustellen, die sie sich selbst nie leisten könnten. Chinesische Arbeitskräfte sind nicht von sich aus „billig“, sie werden ausgebeutet. An ihren Arbeitsorten sind sie unterprivilegiert, oftmals verachtet und leben in permanenter Unsicherheit und Bedrohung durch Korruption. Ihre Familien werden zerrissen. Im von oben bis unten autoritären System Chinas gedeihen Missstände und Arbeitsrechtsverletzungen, wie unmenschliches Tempo, fehlende Sicherheits- und Gesundheitsstandards, ausstehende Löhne oder Verbot der Organisierung der ArbeiterInnen.

Doch die ArbeiterInnenschaft beginnt sich zu wehren. Dabei wird sie international von zivilgesellschaftlichen Organisationen unterstützt. Auch in Österreich gibt es Kampagnen und eine Beteiligung an entsprechenden Netzwerken (siehe Seite 36).

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