Marjane Satrapi: Persepolis

Band 2: Jugendjahre

Von Thomas Divis
Übersetzung Stephan Pörtner.Edition Moderne, Zürich 2005, 192 Seiten, EUR 26,80

Nach dem großen Erfolg, der dem ersten Band der gezeichneten Autobiographie der Iranerin beschieden war, ist soeben Band zwei erschienen. Endete ihre Kindheit damals mit der Emigration aus ihrer Heimat, so lässt sie ihre Jugend mit der Ankunft in Wien beginnen. „November 1984. Ich bin in Österreich“ – so beginnen die Aufzeichnungen über die Jugendjahre von Marjane Satrapi.
In den vier Jahren hier wird sie an Einsamkeit fast zugrunde gehen. Mit einigem Glück schafft sie es gerade noch, in den Iran zurückzukehren. Dort ist der Krieg zu Ende gegangen, die linke Opposition vernichtet, und der Terror der „Wächter der islamischen Revolution“ ist allgegenwärtig. Diese zögern nicht, jede Kleinigkeit als Vorwand für sadistische Misshandlungen und Bestrafungen zu benutzen. Das Besondere an Satrapis beiden Biographie-Bänden ist die Form, die sie gewählt hat: Ein Comic, worin sie selbst die Hauptdarstellerin ist. Mit ihren holzschnitzartigen Bildern gelingt es ihr hervorragend, Situationen und Gefühle kurz, prägnant und anschaulich dazustellen. Ein großes grafisches Talent ermöglicht es der Künstlerin, ihren klaren, bisweilen schonungslos offenen Blick auf das Erlebte umzusetzen. Der äußerst trockene Humor, mit dem sie ihr Leben zwischen ständiger Anpassung und Widerstand beschreibt, verleiht ihrem kritischen Blick auf die österreichische und persische Gesellschaft die nötige Würze.

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