Massaker in Ostturkestan

Von Redaktion ·

Die Separatismus-Bestrebungen in Xinjiang werden von Peking mit brutaler Unterdrückung beantwortet

Mitte der 80er-Jahre ereignen sich erste blutige Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen der Minoritäten sowie den zugewanderten Han-Chinesen und der Armee. Entlang der Seidenstraße in der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang – dem früheren Ostturkestan – leben 17 verschiedene Völker, die sich zumeist zum Islam bekennen.

1994 spricht ein Führer einer „Vereinten Nationalen Front Ostturkestan“ bereits von einem Völkermord am uigurischen Volk. China beginnt nun mit einer Kampagne zur Bekämpfung des „Separatismus“ in Xinjiang. 1995 wird die kulturell-religiöse uigurische „Meshrep“-Bewegung verboten; zahlreiche Moscheen werden geschlossen, muslimische Gläubige dürfen sich nicht einmal in Privathäusern versammeln.

Im Februar 1997 kommt es in Gulja (chinesisch: Yining) zu einem Volksaufstand, nachdem Hunderte junge Menschen in der heiligen Nacht des Ramadan wegen Verstoßes gegen dieses Versammlungsverbot festgenommen worden waren. Angesichts einer totalen Nachrichtensperre durch China gibt es nur spärliche Zeugenaussagen über die darauf folgenden Unruhen, bei denen die Armee etwa 100 – nach uigurischen Angaben an die 400 – Menschen tötete. 4.000 BewohnerInnen der Stadt wurden verhaftet, gegen 52 von ihnen wurden Todesurteile vollstreckt. Die Welle von Hinrichtungen dauert auch bis heute noch an.

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