Medizin und Ungleichheit – Fakten

Von Redaktion · · 2013/02

Geld und Gesundheit

Die Ausgaben für Gesundheit klaffen weltweit enorm auseinander. Sie reichen von 16 US-Dollar pro EinwohnerIn und Jahr in Eritrea bis zu 8.362 Dollar in den USA. (1)

In Ländern mit niedrigem Einkommen liegen die jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben bei durchschnittlich 25 Dollar, in Ländern mit hohem Einkommen bei 4.692 Dollar. (2)

Weltweit geraten jedes Jahr 150 Millionen Menschen in gravierende finanzielle Probleme, weil sie für Gesundheitsleistungen bezahlen müssen; 100 Millionen Menschen fallen aus dem selben Grund unter die Armutsgrenze. (3)

Anteil der privaten Ausgaben an den Gesamtausgaben für Gesundheit, 2009 (ausgewählte Länder) (2)

 

Kein Geld für Gesundheit

Länder mit dem niedrigsten Anteil der öffentlichen Gesundheitsausgaben am gesamten Staatshaushalt  (2009) (2)

Burma 1 %
Afghanistan 1,6%
Tschad 3,3%
Pakistan 3,3%

Äquatorialguinea 3,6%
Indien 3,7%

Wie es um die Gesundheitsversorgung bestellt ist, wird auch von der Ungleichheit innerhalb eines Landes bestimmt. In den USA hatten vor den Reformen von 2010 32 Millionen Menschen keine Krankenversicherung. (3)

Leben und Tod

Eine Gliederung von Ländern nach ihrem Einkommensniveau enthüllt eine deutliche Korrelation zwischen Einkommen und Lebenserwartung (Zahlen für 2009).

 

Kindersterblichkeit (4)

2011 starben 6,9 Millionen Kinder, bevor sie 5 Jahre alt waren. Die Kindersterblichkeit ging in den letzten Jahren stetig zurück.

Weltweite Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren (Millionen, 1990-2011)

82% aller Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren entfallen auf Afrika südlich der Sahara (49%) und Südasien (33%).


Höchste Kindersterblichkeit unter 5 Jahren (pro 1.000 Lebendgeburten)

 

ÄrztInnen und KrankenpflegerInnen

ÄrztInnen und KrankenpflegerInnen je 10.000 Menschen, 2005-2010 (ausgewählte Länder) (2)

 

PsychiaterInnen

1  je 2 Millionen Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen
170  je 2 Millionen Menschen in reichen Ländern (5)

Innerhalb nationaler Grenzen kann das medizinisches Personal sehr ungleich verteilt sein; städtische Gebiete sind weit besser versorgt.

Soziale Ungleichheit: Auswirkungen auf die Gesundheit (6)

40-50 Prozent der weltweiten Ausgaben für Gesundheit entfallen auf die USA – mit weniger als fünf Prozent der Weltbevölkerung. Aufgrund der hohen Ungleichheit sind die Gesundheitsindikatoren in den USA jedoch schlechter als in anderen reichen Ländern.

Die Lebenserwartung in reichen Ländern sinkt mit zunehmender Ungleichheit

Die Häufigkeit seelisch-geistiger Störungen nimmt mit der Ungleichheit zu

In reichen Ländern besteht ein Zusammenhang zwischen Adipositas und Ungleichheit

Menschen am unteren Ende der sozialen Leiter sind am stärksten betroffen. Je höher die Ungleichheit, desto verbreiteter ist Adipositas. Ihre Verbreitung kann auch mit der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zusammenhängen: In Katar und Saudi-Arabien litten 44% bzw. 45,3% der Frauen unter Adipositas (1995-2000). (7)

Copyright New Internationalist

(1) Global Health Observatory Data Repository, WHO; Zahlen für 2010.
(2) World Health Statistics 2012, WHO, Genf 2012.
(3) The World Health Report – Health systems financing: the path to universal coverage, Genf 2010.
(4) UNICEF, Committing to Child Survival: A Promise Renewed, September 2012 (www.apromiserenewed.org)
(5) WHO, Mental Health fact file: www.who.int/features/factfiles/mental_health/mental_health_facts/en/index.html
(6) Richard Wilkinson and Kate Pickett, The Spirit Level: Why Equality is Better for Everyone, Penguin Books, London 2010.
(7) International Association for the Study of Obesity, www.iaso.org/resources/world-map-obesity/

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