Michael Birnbaum: Die schwarze Sonne Afrikas.

Piper Verlag, München 2000, 356 Seiten, öS 321,-

Das grelle Cover wirkt anziehend, der Titel eher bedrohlich. Dieses ambivalente Gefühl begleitet einen durch das ganze Buch. Teilweise versteht es der Autor, die LeserInnen zu fesseln, an manchen Stellen jedoch ist die Sprache ungeschickt gewählt (was z.B. ein "positiver Rassist" sein soll, ist das ganze Buch hindurch nicht zu erfahren).

Michael Birnbaum arbeitete sieben Jahre lang als Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" in Afrika. Seine Eindrücke und Erlebnisse als Journalist und als Mensch, der mit seiner Familie Deutschland verließ, um in Afrika - in Nairobi - zu leben und zu arbeiten, schildert er in 18 Kapiteln. Der Autor scheint, seinen neuen Wohnort betreffend, hin und her gerissen zu sein, zwischen Anziehung und Ablehnung. "Passen Sie auf, bleiben Sie nicht zu lange, sonst frisst sich die schwarze Sonne Afrikas auch in ihr Herz und Sie kommen von diesem Kontinent nie wieder los", hatte ein deutscher Landsmann den Neuankömmling gewarnt. Birnbaum blieb jedoch - und lernte den Kontinent lieben und hassen.

Beeindruckend schildert er die grausamen Bürgerkriege im Kongo, in Somalia und Ruanda, kritisiert das geringe Interesse internationaler Organisationen, in Konflikte einzugreifen, und spart auch nicht mit Kritik an der westlichen Entwicklungshilfe. Der Autor erzählt vom Afrika der 90er-Jahre, so wie er es als Journalist erfahren hat.

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