Michael Moore: Stupid White Men

Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush.

Von WeH
Piper Verlag, München 2002, 18. Auflage 2003. 329 Seiten, € 12,40

Eine beinharte Abrechnung ist es, die uns der durch „Roger and me“ und „Bowling for Colombine“ auch bei uns berühmt gewordene Filmer Michael Moore vorlegt; eine Abrechnung, die einen das Schaudern lehrt über den Zustand der stärksten politischen und wirtschaftlichen Macht unseres Planeten. Präsident Bush ist für Moore der „Gauner im Amt“, der unrechtmäßige Staatschef – für ihn steht es fest, dass Al Gore die Wahlen vom November 2000 gewonnen hat und dessen Rivale nur durch Betrug die Schaltstellen der Macht erobern konnte: „Früher warteten Politiker, bis sie im Amt waren, bevor sie zu Gaunern wurden. Diesen Gauner jedoch bekamen wir fix und fertig geliefert.“
Michael Moore beleuchtet das Team des Präsidenten: seinen Vize Dick Cheney, einst Chef von Halliburton Industries, einem Zulieferer der Erdölindustrie, Justizminister John Ashcroft mit engen Verbindungen zur Pharma- und Software-Industrie, Finanzminister Paul O’Neill, Ex-Vorsitzender von Alcoa, dem größten Aluminium-Hersteller der Welt, Handelsminister Don Evans, ehemaliger Chef der Öl- und Gasgesellschaft Tom Brown und so weiter.
Neben dieser Vergangenheit in führenden Positionen von Großunternehmen ist dem Kabinett von Bush jr. auch eine extrem reaktionäre Gesinnung gemein: eingefleischte Abtreibungsgegner, Befürworter des Rechts auf uneingeschränkten Privatbesitz von Schusswaffen und einer militärischen Aufrüstung …
Moore führt nicht nur einen polemischen, häufig ironisch formulierten Rundumschlag gegen die herrschende Politikerklasse, die Konzerne und die Reichen – er belegt seine Anschuldigungen auch sorgfältig mit Daten. Er nennt die großen Unternehmen Betrüger und zählt entsprechende Machenschaften auf, etwa Steuerhinterziehungen, Falschinformation der Öffentlichkeit.
Ein Buch, das die fatale Weltpolitik der Bush-Administration leichter verständlich macht. Die Tatsache, dass Moores gnadenlose Abrechnung mit George W. Bush & Co. in den USA selbst und auch in Europa ein Bestseller geworden ist – im deutschen Sprachraum wurden bisher über 500.000 Exemplare verkauft! – lässt wieder Hoffnung schöpfen …

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